Durch Jesu Auferstehung hat der Tod nicht das letzte Wort


Feierliche Gottesdienste an den Kar- und Ostertagen erinnerten an Tod und Auferstehung

 
 
Mit festlichen Gottesdiensten an den Kar- und Ostertagen gedachten die Christen an das Leiden, Sterben und die Auferstehung Jesu. Von Gründonnerstag bis zum Hochfest der Auferstehung waren die Messfeiern durchaus gut besucht. In den Osterpredigten wiesen Pfarrer Seidl  und Pfarrer Peter darauf hin, dass Gott in seiner grenzenlosen Liebe zu den Menschen steht und der Tod nicht das letzte Wort hat. Trotz der vielen negativen Nachrichten über Kriege und Gewalt und deren Folgen dürfen die Menschen voll Hoffnung sein, dass Gott alles zum Guten führt.
    Mit der Feier zur Erinnerung an das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern am Abend des Gründonnerstag traten die Christen in die heiligen Tage um Tod und Auferstehung Jesu ein und folgten damit der Aufforderung Jesu „Tut dies zu meinem Gedächtnis“. Immer wenn sich die Gläubigen zu Gottesdiensten in der Kirche treffen versammeln sie sich um den Altar der als Sinnbild für Christus gilt. Bei der Gründonnerstagsliturgie bezog Pfarrer Karl-Heinz Seidl besonders auch die Kommunionkinder mit ein, als er bei seiner Predigt auf den Altar als Mitte der Messfeiern einging. An jedem Altar, so erklärte er, gebe es eine Stelle wo ein Zeichen eingemeißelt sei und dieses zeigte er dann auch den Kommunionkindern am Volksaltar. Das dort sichtbare Kreuz  bedeute, so erklärte er weiter, dass Christus in unserer Mitte sei. So soll uns der Altar an Jesus erinnern. Während sich die Familien zu Hause zu den Mahlzeiten um den Tisch versammeln treffen sich die Gläubigen bei den Gottesdiensten zur Gemeinschaft mit Jesus, so wie er es mit seinen Jüngern oft getan hat. Mit dem Empfang der hl. Kommunion werde das Vermächtnis Jesu erfüllt, der beim letzten Abendmahl seinen Jüngern aufgetragen hat, das Mahl immer wieder zu seinem Gedächtnis zu halten. Nach dem Gottesdienst versammelten sich die Gläubigen noch um in einer Andacht der Todesangst Jesu am Ölberg zu gedenken.
   Am Karfreitag fand zur Todesstunde Jesu am Nachmittag die Karfreitagsliturgie statt. Neben den großen Fürbitten in den Anliegen der Kirche und der Welt stand dabei die Kreuzverehrung im Mittelpunkt. Dabei brachten viele Gläubige wieder Blumen mit, die sie unter dem Kreuz ablegten und aus denen dann der Osterschmuck für die Kirche gefertigt wurde.
   Mit der Segnung des Osterfeuers, das in einer Schale im Kirchhof brannte und dem Entzünden der Osterkerze wurde die Feier der Osternacht eröffnet. Mit der Kerze zog Pfarrer Seidl mit den Ministranten dann in die dunkle Kirche ein und immer wieder beeindruckend ist dann, wie sich das Licht über viele Kerzen die von den Gläubigen mitgebracht wurden in der ganzen Kirche verteilt. In den Lesungen wurde die Schöpfungsgeschichte verlesen und daran erinnert wie Gott das Volk Israel aus der ägyptischen Knechtschaft durch das Rote Meer führte. Mit dem Eintauchen der Osterkerze in das Taufbecken wurde das Taufwasser geweiht, mit dem die Täuflinge des kommenden Jahres getauft werden.
   Als Sinnbild für Lebenskraft stellte Pfarrer Seidl zu Beginn seiner Osterpredigt die Wolframslinde in Ried vor. Die Sommerlinde mit einem Stammumfang von über 12 Metern und einer Höhe von rund 13 Metern  zählt mit über tausend Jahren zu den ältesten Bäumen in Deutschland. Auch wenn ihr mit zehn Krücken, Stahlseilen und Gurten geholfen wurde, damit sie noch aufrecht steht, ist sie noch agil. Zwar zeigt sie sich im Winter  wenn sie kahl ist, mit ihrem hohlen Stamm geradezu als zerbrechliches Ungetüm, doch im Sommer trägt sie immer wieder ihr grünes Blätterdach. Gartenfachberater Gerhard Altmann vom Landratsamt Cham bezeichnet die Wolframslinde als sehr agil und versichert dass sie wohl noch viele Jahre überleben wird. Der Minnesänger Wolfram von Eschenbach soll um das Jahr 1200 unter der Linde Verse für den Parsifal gedichtet haben. Die Wolframslinde sei geradezu eine lebendige Osterbotschaft, denn sie zeigt dass sie trotz ihres Alters nicht aufgibt. Tausend Jahre sind vor Gott wie ein Tag oder eine Nachtwache. Unsere Lebenszeit läuft nicht ab, sondern findet Vollendung in Gott, denn Jesus hat uns durch Tod und Auferstehung erlöst, so die feste Zusage Gottes an die Gläubigen. Gott hat seinen Sohn auferstehen lassen und so werden auch wir einst auferstehen. Darauf dürfen wir fest vertrauen. Papst Benedikt XVI, dem Pfarrer Seidl in diesem Zusammenhang Segenswünsche zu seinem 90. Geburtstag aussprach, hat gesagt, dass Gott die Menschen ohne deren Vorleistung liebt. Der Tod sei Zeit des Übergangs in die Gemeinschaft mit Gott. Dies sei die frohe Botschaft von Ostern, so Pfarrer Seidl.
  Den Festgottesdienst am Ostersonntag zelebrierte Pfarrer Peter Chettaniyil. Christen in aller Welt, so sagte er, feiern an diesem Tag die Auferstehung Jesu. Ostern sei nach der Trauer und dem Schmerz des Karfreitags ein Fest voller Freude, denn das Grab ist leer und Schmerz und Tod überwunden. Unser Gott sei nicht ein Gott des Todes sondern des Lebens, auch wenn es in unseren Tagen, angesichts von Kriegen, Terror, Flüchtlingsdrama und Hunger in vielen Regionen der Welt oft den Anschein habe, dass das Böse und das Unheil Überhand bekomme. Oft scheine es, dass die ganze Welt ein Karfreitag sei. Aber Kerzen und Blumen widersprechen Terror und Gewalt, dort wo Attentäter Menschen in den Tod rissen. Das letzte Wort hat nicht der Tod und Trauer, sondern das letzte Wort habe der Auferstandene Christus. Die Worte Gottes aus der Schöpfungsgeschichte „Es werde Licht“ gelten für alle Ewigkeit, denn nicht die Finsternis, sondern das Licht habe das letzte Wort, durch Jesus den von den Toten Auferstandenen. Es gibt kein sinnloses Sterben mehr, denn Gott führt  uns durch den Tod in sein Licht, der Freude zu einem neuen Anfang in ein neues Leben. Ostern lehre uns, dass wir trotz Enttäuschungen und angesichts von Gewalt und Terror, wie wir sie nahezu jeden Tag vor Augen geführt bekommen, Hoffnung haben dürfen, denn Gott wird seine Zusage an uns erfüllen.
  Auch am Ostermontag stand die Botschaft der Auferstehung Jesu im Mittelpunkt der Predigt von Pfarrer Karl-Heinz Seidl. Auch wenn dies gegen jede Erfahrung spreche und wir dies nicht verstehen können, bis wir einmal selber auferstehen werden. Frauen, die als Erste mit der Auferstehung konfrontiert werden wollen Jesus nicht loslassen. Sie umfassen seine Füße, heißt es in der Bibel. Als Christen seien wir aufgefordert, mit den Frauen die das leere Grab vorfanden, diese Botschaft zu verkünden, denn Gott will das Leben.
  Die Gottesdienste am Karfreitag, die Osternacht und der Festgottesdienst am Ostersonntag wurden jeweils vom Kirchenchor unter Leitung von Julia Häring festlich mitgestaltet, wobei die Gesänge dem jeweiligen Anlass entsprechend gut gewählt wurden und den Feiern einen festlichen Rahmen verliehen. Der Kirchenschmuck, gefertigt aus den Blumen der Kreuzverehrung vom Karfreitag, ist auch in diesem Jahr wieder eine wahre Pracht und verleiht dem Fest der Auferstehung eine besondere Note.
 
Bericht vom 18.04.2017
 

zurück