Pfarrei Rimbach und Expositur Zenching nahmen Abschied von Pfarrer Seidl


Feierlicher Gottesdienst und Stehempfang - Dank für die 13 Jahre als Pfarrer in Rimbach und gute Wünsche für die neue Aufgabe ausgesprochen

 
 
Mit einem feierlichen und bewegenden Gottesdienst nahm Pfarrer Karl-Heinz Seidl am vergangenen Samstag Abschied von der Pfarrei Rimbach und der Expositur Zenching, wo er 13 Jahre als Seelsorger tätig war. Von Seiten der Pfarrei und der Expositur wurde ihm für sein Wirken in der Pfarreiengemeinschaft gedankt und für seine neue Aufgabe in Furth im Wald die besten Wünsche mitgegeben. Beim anschließenden Stehampfang im Pfarrheim nutzten viele Gläubige die Gelegenheit, sich noch persönlich von Pfarrer Seidl zu verabschieden. Von den Ministranten und vom Kirchenchor wurde er auch noch mit Liedern verabschiedet.
  Schon der feierliche Einzug von Pfarrer Karl-Heinz Seidl zum Gottesdienst mit Dekan Herbert Mader und Pfarrer Alois Berzl, zusammen mit allen Ministranten machte deutlich dass diese Vorabendmesse eine besondere Bedeutung hat. Und Pfarrer Seidl brachte dies auch zum Beginn der Feier zum Ausdruck. Heute sei es das letzte Mal, dass er als zuständiger Pfarrer für Rimbach, Zenching und Grafenwiesen dem Gottesdienst vorstehe und zusammen mit dem Dekan Herbert Mader und Pfarrer Alois Berzl die Eucharistie feiert, da es für die Pfarreiengemeinschaft der Abschiedsgottesdienst sei. Jede Eucharistiefeier habe eigentlich mit Abschied zu tun, denn sie erinnert an das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern bei dem er Brot und Wein verwandelte und die Zusage gab immer bei den Menschen zu sein, wenn sie sich zu seinem Gedenken an ihn versammeln. Gesanglich und musikalisch wurde der Gottesdienst vom Kirchenchor unter Leitung von Julia Häring besonders festlich gestaltet.
  An den Anfang seiner Predigt stellte Pfarrer Seidl die Frage, wer schon einmal von einem Dreier oder Fünfer gesprungen sei. Gemeint war damit der Sprung von einem Turm ins Wasser, wie er in Freibädern oft geboten wird. Wer schon längere Zeit nicht mehr gesprungen sei dem kommen schon
zwei Meter hoch vor. Wer den Absprung getan hat und den Kontakt mit dem Brett verloren hat, für den sei nur noch die Tiefe und die Luft da, vielleicht nur noch der Gedanke ob die Wassertiefe im Becken reicht. Um noch zu korrigieren sei es aber zu spät. Der kleinste Fehler der das senkrechte Eintauchen erschwert tue weh, sagt die Klippenspringerin Anna Bader, deren Spezialität es ist, von einem Felsen 20 Meter tief kunstvoll ins Meer zu springen. Nur die wenigsten beherrschen den Doppelsalto mit Schraube vom 10-Meterbrett, wie es bei der Leichtathletik-WM kürzlich bewundert werden konnte. Viele würden gar nicht springen aus Angst vor Verletzungen aber diese Grunderfahrung ist niemandem fremd. Das Leben bestehe aus Sprüngen, so Pfarrer Seidl weiter. Nach seinem Sprung in die Welt verlasse sich das neugeborene Kind darauf, dass es seine Mutter annimmt. Von einem hohen Sockel in die Arme der Mutter oder des Vaters zu springen sei für viele Kinder ein schönes Spiel  und sei aber Ausdruck des Vertrauens, das es aufgefangen wird. Wer in der Kindheit aufgefangen wurde und verlässliche Eltern erlebt hat, wird auch später den Mut für die Risiken des Lebens haben. Und immer wieder im Leben verlassen wir das Sprungbrett um uns auf etwas Neues einzulassen und uns für etwas Neues entscheiden. Für ihn sei es nun eine neue Pfarrstelle, eine neue Wohnung und eine neue Pfarrgemeinde. Unter den großen Gestalten des Christentums gebe es viele solche „Springer“, z.B. der hl. Franziskus oder der hl.Antonius, die ihr Leben total anders gestalteten als zunächst gedacht. Die Biographien der Heiligen werden oft als Heldengeschichten erzählt, aber ob auch sie Angst vor dem Absprung hatten sei nicht bekannt. So erklärt ein dänischer Religionsphilosoph, dass es den christlichen Glauben nur als Sprung in den Glauben gebe und uns diesen Absprung niemand abnehmen kann. Im entscheidenden Moment steht jeder alleine auf dem Sprungbrett und wird sich fragen ob er den Sprung wagen kann und Gott ihn auffängt. So empfindet es auch ein Zirkusjunge, der jeden Abend vom schwingenden Trapez abspringt und weiß, dass ihn der Fänger, der sein Vater ist, sicher auffängt. Aber was sollen wir tun, wenn uns der Mut verlässt, wenn wir an Gott und der Welt zweifeln? Dann können wir auf die Vielen blicken, die vor uns gesprungen sind, den Glaubenssprung wagten und dafür reich beschenkt wurden mit Glauben, Hoffnung und Liebe. Und dazu gebe es  Gott sei Dank jemanden der uns aus den Zweifeln und Kleinlauten herausholen kann und will, das ist die Gottesmutter und Himmelskönigin  Maria. Sie ist wie Anna Bader die Klippenspringern, die das Wagnis einging, die nicht umdreht sondern ja sagt und sich ganz auf Gott einlässt. Ihr sollen wir uns anvertrauen und dürfen immer wieder den Sprung in etwas neues wagen. Sie hat uns Jesus geschenkt  das heißt Gott rettet und Gott fängt uns auf. Diese Erfahrung wünsche er sich und allen für die Zukunft immer wieder aufs neue, so Pfarrer Seidl.
Segenswünsche für die Zukunft wurden auch in den Fürbitten zum Ausdruck gebracht, die anschließend von Mitgliedern des Pfarrgemeinderates, von Ministranten und aus dem Frauenbund vorgetragen wurden. Zum Ende des Gottesdienstes sprach Pfarrer Seidl allen ein Vergelt´s Gott aus, die diese Feier vorbereitet und mitgestaltet haben und den vielen Pfarrangehörigen die trotz Urlaubszeit mitgebetet und mitgesungen haben.
 
Dank und gute Wünsche für Pfarrer Seidl
Bürgermeister Ludwig Fischer sprach namens der Gemeinde Rimbach, des Gemeinderates, seines Vorgängers Theo Amberger und der Vereine für die gute Zusammenarbeit in den letzten 13 Jahren aus. Man sehe den Abschied mit einem weinenden und einem lachenden Auge, mit dem weinenden weil  Pfarrer Seidl die Pfarrei verlässt, mit einem lachenden aber weil er ja in der Nähe bleibt. Die Gemeinde und Vereine haben seinem Wunsch entsprochen statt Geschenken eine Spende zu geben, die Pfarrer Seidl für einen guten Zweck verwenden kann. Für die Zukunft wünschte der Bürgermeister alles Gute und Gottes Segen.
  Kirchenpfleger Jürgen Pielmeier dankte dem Pfarrer im Namen der Kirchenverwaltung für die gute Zusammenarbeit in den 13 Jahren. Es wurde einiges erreicht und verschiedene Maßnahmen abgearbeitet, wie etwa die Friedhofsabgabe an die Gemeinde und das Benefiziatenhaus auf Erbpachtbasis, die Außensanierung der Pfarrkirche mit Dach, Fenstern und Turmkreuz, die barrierefreien Zugänge zur Kirche und zum Friedhof, die Komplettsanierung der Seelenkapelle, die Installation einer Turmbeleuchtung und den Archiveinbau im Pfarrhof. Als man vom Weggang Pfarrer Seidls hörte, war man schon sehr überrascht und bedauert das sehr, so der Kirchenpfleger, gerade auch weil die Planung für die Innenrenovierung der Pfarrkirche begonnen hat. Man könne aber sagen dass in den letzten Jahren viel zum Wohle der Pfarrgemeinde erreicht wurde. Dafür sagte er ein herzliches Vergelt´s Gott und wünschte alles Gute für Furth im Wald und weiterhin viele Mitarbeiter im Weinberg des Herrn. Damit die vielen Aufgaben auch kraftvoll angepackt werden können überreichte die Kirchenverwaltung einen Geschenkkorb.
  Oberministrantin Viktoria Brandl  betonte, dass es ein Anliegen der gesamten Ministrantenschar sei, Pfarrer Seidl für die schöne Zeit zu danken. Angefangen von den Fahrten nach Regensburg zum Abholen des Friedenslichtes, das mittlerweile bereits eine Tradition geworden ist, aber auch die schönen Ausflüge und Fahrten, nach Assisi, Bamberg, Padua und zuletzt nach Rom und Dresden. Humorvoll erinnerte die Ministrantin auch an einige lustige Erlebnisse bei diesen Unternehmungen bei denen Pfarrer Seidl immer dabei war. Für zukünftige Wanderungen schenkten die Minis  zum Abschied einen größeren Rucksack, damit auch umfangreichere Brotzeiten Platz finden. Auch die Ministranten schlossen sich mit einem Präsent dem Dank an. 
  Stellvertretend für die Expositurgemeinde Zenching brachte Thomas Bauer, der in Kürze zum Diakon geweiht wird, seinen Dank zum Ausdruck. Das Wirken von Pfarrer Seidl habe auch in Zenching positive Spuren hinterlassen, wie etwa bei der Kirchenrenovierung  und in vielen Gottesdiensten, Taufen, Hochzeiten und auch Beerdigungen, und auch ein kleiner Diakon sei herausgekommen. Nach seinem ersten Studienwochenende, so erinnerte sich Thomas Bauer, habe er schon geglaubt das sei nichts für ihn, doch Pfarrer Seidl habe ihn zum Durchhalten ermutigt und er habe durchgehalten und freue sich auf die Aufgaben in der Pfarreiengemeinschaft als Diakon. Für die neuen Aufgaben die Pfarrer Seidl in Furth im Wald erwarten wünschte Bauer ihm alles Gute, die nötige Kraft, Gelassenheit und wo es nötig ist auch ein glückliches Händchen. 
   Namens des Pfarrgemeinderates, des Frauenbundes und des Kirchenchores sowie der gesamten Pfarrgemeinde sagte Pfarrgemeinderatssprecherin Gerlinde Rackl ein Vergelt´s Gott für das seelsorgerische Wirken und die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit in den 13 Jahren. Wir konnten immer zu ihnen kommen, sie haben zugehört, waren für alle da und haben Verbundenheit mit der Pfarrgemeinde gezeigt in den Gottesdiensten, bei Festen und schönen Pfarrausflügen. Wir erlebten eine schöne Zeit und sie werden uns fehlen, so die PGR-Sprecherin. Dann fügte sie gute Wünsche für den Neuanfang in Furth im Wald an, dass er auch dort viele Pfarrangehörige finden möge die ihn unterstützen, dass er aber Rimbach in guter Erinnerung behalten möge und auch immer wieder mal nach Rimbach kommt. Als Dank zum Abschied überreichte der Pfarrgemeinderat das gemeinsame Geschenk, eine Mantelalbe, eine Versehgarnitur und eine große Ledertasche mit viel Platz, sowie ein Fotobuch das Ereignisse aus den vergangenen 13 Jahre zeigt. Der Kirchenchor steuerte dazu noch ein besonderes Segenslied bei. Marianne Maurer, die vor allen bei den Faschingsveranstaltungen der Pfarrei immer wieder humorige Beiträge brachte, überreichte noch einen „lachenden Drachen“ und wünschte alles Gute und „Pfüat Gott“.
  Mit einem Vergelt´s Gott  für alle Mitarbeit und Unterstützung und an alle die Verantwortung übernommen haben, die Pfarrvikare Pater Paul und Pfarrer Peter, die pfarrlichen Gremien, Mesner, Ministranten, Kirchenmusik und alle Mitarbeiter, nicht zuletzt aber auch an alle Pfarrangehörigen, die treu zu den Gottesdiensten kamen  und somit Pfarrei erlebbar machten, für alle Geschwisterlichkeit die er in den vergangenen 13 Jahren erleben durfte, schloss Pfarer Seidl dann den Gottesdienst.
  Im Pfarrheim fand anschließend ein Stehempfang statt, bei dem die Pfarrangehörigen sich noch persönlich verabschieden konnten und davon großen Gebrauch machten. Die Expositur Zenching überreichte als Abschiedsgeschenk dabei ein Set Weingläser auf denen die Kirche St. Ägidius und die Kapellen der Expositur eingraviert sind. Aufgelockert wurde der Abend noch mit einem Lied der Ministranten nach der Melodie „Zwei kleine Italiener“ sowie einer lustigen „Rede ohne Worte“ und einem Lied vom Kirchenchor. Viele persönliche Gute Wünsche für die neue Aufgabe in Furth im Wald begleiteten Pfarrer Seidl in die Drachenstichstadt.
 
 
Bericht vom 27.08.2018
 

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