Fronleichnam ist der Gegenpart zum „Etwasismus“


Viele Gläubige zogen mit dem Allerheiligsten durch das Dorf - Bekenntnis zum Glauben an Gott

 
 
In einer Zeit, in der der Glaube an Gott immer mehr verloren geht ist das Bekenntnis zu Gott, wie er an Fronleichnam zum Ausdruck gebracht wird, ein echtes Glaubenszeugnis. In seiner Predigt ging Pfarrer Karl-Heinz Seidl auf die Themenwoche in Rundfunk und Fernsehen ein, in der die Frage gestellt wurde „Woran glaubst du“. Jeder Mensch glaubt an etwas, wie die Umfragen zum Thema gezeigt haben. Aber der Glaube an den Gott als Person ist immer mehr auf dem Rückzug. Viele Menschen glauben an etwas ohne dies personifizieren zu können. Für die Christen ist Gott in Jesus Mensch geworden und in der Gestalt von Brot und Wein anwesend. Dies sei das Geheimnis das an Fronleichnam gefeiert wird.
   Bei Bilderbuchwetter wie man es sich gar nicht schöner wünschen konnte wurde am Donnerstag auch in der Pfarrei Rimbach das Fronleichnamsfest mit Gottesdienst und Prozession begangen. Viele Gläubige und die Mitglieder mehrerer Vereine hatten sich in der Pfarrkirche versammelt und Pfarrer Karl-Heinz Seidl begrüßte sie zur Feier der Eucharistie, die Jesus beim letzten Abendmahl mit den Jüngern begründet hat. Fronleichnam ist damit eigentlich die Fortsetzung des Abendmahles vom Gründonnerstag, bei dem Jesus den Jüngern auftrug, tut dies zu meinem Gedächtnis. 
  In der Themenwoche von Rundfunk und Fernsehen in der vergangenen Woche sei vielen Menschen die Frage gestellt worden woran sie glauben, so Pfarrer Seidl in seiner Predigt. Dass sie an Gott glauben sei verhältnismäßig selten geantwortet worden. Oft wurde gesagt man glaube an die Liebe, oder an das Gute, oder an etwas Größeres. Andere Menschen richten ihre Ziele auf Geld, Wohlstand und Macht aus oder glauben an Etwas. Der „Etwasismus“ sei mittlerweile die größte Glaubensgemeinschaft aber ist eigentlich nichts Konkretes. Auf Bayrisch gesagt bedeutet dies: „Nix gwiss woas ma net“. Der christliche Glaube aber sei konkret, denn Gott ist in Jesus Mensch geworden hat ein Gesicht bekommen. Die Christen können so den leibhaften Gott feiern, weil Jesus einer von uns wurde und mit uns ist, so wie er es den Jüngern zugesagt hat. Gott gibt den Menschen Freiheit und er ist ein liebender Gott, der das Leben stärkt. Gott bewahrt uns nicht vor Leid aber er trägt das Leid mit uns. Er ist da, vielleicht anders als wir es uns vorstellen aber er ist da, ob in der Gemeinschaft oder wenn wir allein sind, wenn wir in einer Kirche sind oder in der Natur. Überall ist seine Nähe spürbar.
   Nach dem Gottesdienst formierte sich ein langer Prozessionszug, der von der Pfarrkirche zur Kümmerniskapelle und wieder zurück führte. Pfarrer Seidl trug dabei die Monstranz mit dem Leib des Herrn durch die Straßen. Unterwegs wurde an vier Altären Halt gemacht, gebetet und gesungen und jeweils der eucharistische Segen erteilt. Auch unterwegs wurde gebetet und dazwischen spielte immer wieder auch die Blaskapelle die bekannten Melodien, wie sie schon seit Menschengedenken zur Fronleichnamsprozession gehören, das „Tantum ergo Sakramentum“. Dem Kirchenchor oblag dabei die Aufgabe, an den Altären die Fronleichnamsgesänge vorzutragen. Zu Fronleichnam gehörte auch wieder, dass jeweils Ehrensalut geschossen wurde und der Hall von den Hängen des Hohenbogen  widerhallte. Den Abschluss der Prozession bildete in der Pfarrkirche das „Te Deum“ das Lied „Großer Gott wir loben dich“. 
Pfarrer Seidl dankte allen, die am Gottesdienst und der Prozession teilgenommen haben, sowie allen die in die Vorbereitungen eingebunden waren und bei der Durchführung beteiligt waren. So wurde das Fronleichnamsfest zu einem echten Bekenntnis zum lebendigen Gott, der uns nahe ist in der Eucharistie. Zum Ende der Feier lud der Pfarrer zum Pfarrfest ein das der Pfarrgemeinderat wieder vorbereitet hatte und bei dem sich alle stärken konnten.
 
 
 
Bericht vom 17.06.2017
 

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