Ostern ist der Hauptgewinn für die Christen


Pfarrei feierte Tod und Auferstehung Jesu - Osterfreude soll weitergegeben werden

 
 
Mit feierlichen Gottesdiensten begingen die Gläubigen aus der Pfarrei die heiligen Tage vom Gründonnerstag bis zum Ostertag, vom Abendmal Jesu mit seinen Jüngern, über sein Leiden und Sterben, der Grabesruhe bis zur Auferstehung. Ostern als Hochfest für die Christen bezeichnete Pfarrer Karl-Heinz Seidl als den Hauptgewinn und Jackpot für die Gläubigen, wofür es sich zu glauben lohnt.
   Mit dem Gottesdienst am Abend des Gründonnerstags wurden die heiligen Tage eingeleitet. Der Name dieses Tages deute nicht auf die Farbe Grün hin, sondern geht auf das altdeutsche Wort „Greinen“ zurück, das Weinen und Kummer bedeutet, so Pfarrer Karl-Heinz Seidl zu Beginn der Feier. Wenn Menschen voneinander Abschied nehmen müssen, werde oft geweint, wenn etwa Kinder aus dem Elternhaus wegziehen, oder bei einem Schüleraustausch für Zeit nicht mehr nach Hause kommen, auswandern, oder besonders wenn jemand stirbt.  Für Jesus bedeutete dieser Tag, Abschied nehmen zu müssen von seinen Jüngern und so wollte er vor seinem Tod nochmals mit ihnen das Abschiedsmahl halten. Dabei forderte er die Jünger auf, dass sie sich immer wenn wie sich wieder treffen, an ihn erinnern sollen und dabei ist er in ihrer Mitte. Nach dem Gloria verstummten traditionell die Glocken und die Orgel, die dann erst wieder in der Osternacht erklangen. In seiner Predigt sagte Pfarrer Seidl, dass Menschen seit jeher gerne Wetten abschließen. Glauben aber sei mehr als eine Wette. So zogen die Israeliten im Glauben an ihren Gott aus Ägypten weg um ins gelobte Land zu kommen. In den Geschehnissen des Gründonnerstag mit Fußwaschung, Mahl halten, Brot brechen und Gang zum Ölberg machte Jesus deutlich dass er ganz auf Gott setze, auch wenn es schwer wird. Wenn Brautpaare sich das Jawort geben vertrauen sie darauf nicht enttäuscht zu werden und dass ihre Liebe zueinander alle Zeit überdauert und doch scheitern viele Verbindungen. Auch Gott setzte auf die Menschen und wurde schon von Anfang an durch Adam und Eva enttäuscht. Aber er sucht immer wieder einen Neuanfang und erhöht sogar den Einsatz indem er seinen einzigen Sohn in die Welt sandte  und dieser zum Kreuzestod verurteilt wurde. Der Glaube garantiert kein gutes Leben, denn auch in unserer Zeit werden Christen verfolgt und getötet. Eine Art der Christenverfolgung sei auch bei uns zu erkennen, wenn Gläubige von anderen Menschen belächelt und verspottet werden, wenn sie sich als Christen outen. Dabei sei Ostern für die Christen der Hauptgewinn und Jackpot denn durch Tod und Auferstehung Jesu sei ihnen das Tor zum ewigen Leben offen. Nachdem der Abendmahlsgottesdienst, bei dem die Gläubigen die Kommunion in beiden Gestalten empfangen konnten in Stille geendet hatte und der Altar entblößt worden war, fanden Gebetsstunden statt bei denen an die Todesangst Jesu am Ölberg erinnert wurde. 
  Am Karfreitag versammelten sich die Gläubigen am Nachmittag zur Karfreitagsliturgie um des Leidens und Sterbens Jesu zu gedenken. Nachdem die Leidensgeschichte verlesen worden war, wurden in den großen Fürbitten die Anliegen der Welt an den Gekreuzigten  herangetragen. Zum dreimaligen Ruf: „Seht das Kreuz an dem der Herr gehangen, das Heil der Welt – kommt lasset uns anbeten“ wurde das Kreuz nach und nach enthüllt und am Altar aufgerichtet. Bei der anschließenden Kreuzverehrung legten viele der Gläubigen auch wieder Blumen unter dem Kreuz ab, die anschließend zum schönen Osterschmuck der Kirche verarbeitet wurden. Am Heiligen Grab, das heuer wieder in der Seelenkapelle aufgerichtet war, bestand am Karfreitag und am Karsamstag Gelegenheit zur stillen Anbetung.
  Mit dem Entzünden der Osterkerze am lodernden Feuer das vor der Kirche entfacht worden war, begann dann am Abend des Karsamstag die Feier der Osternacht. Mit dem Ruf „Lumen Christi – Deo gratias“ wurde die brennende Kerze in die völlig dunkle Kirche getragen und nach und nach verbreitete sich das Licht auf die vielen Kerzen, die die Gottesdienstbesucher mitgebracht haben. In den Lesungen hörten die Gläubigen wie Gott sich immer wieder für die Menschen einsetzt, ausgehend von der Schöpfungsgeschichte aus dem Buch Genesis, über den Zug der Israeliten durch das Rote Meer aus dem Buch Exodus, bis hin zum Bericht über die Auferstehung Jesu. Brausendes Orgelspiel und das Läuten der Glocken verkündeten die frohe Botschaft das Jesus den Tod bezwungen hat. Mit dem Eintauchen der Osterkerze in das Taufbecken wurde das Taufwasser gesegnet, mit dem die Täuflinge im kommenden Jahr getauft werden. 
Mit dem Tod Jesu, so Pfarrer Seidl in der Predigt der Osternacht, schien für seine Jünger alles zu Ende zu sein. Der dicke Stein vor seinem Grab bedeutete zunächst für sie dass alle Hoffnungen die sie in den Herrn gesetzt hatten zerstört wurden. Trotzdem machten sich die Frauen auf den Weg um Jesus zu salben und stellten sich die Frage, wer den schweren Stein wegwälzen würde. Der Stein hatte die Hoffnungen der Jünger und Frauen eingesperrt nachdem sie so fest an die Botschaft Jesu geglaubt hatten und ihm bis unter das Kreuz folgten. Der Stein lag aber nicht nur vor dem Grab Jesu, sondern lastete auch auf den Herzen der Frauen weil sie Jesus verloren zu haben glaubten. Jeder, der einen lieben Menschen verloren hat, kennt diese Hoffnungslosigkeit und Trauer, die auf dem Herzen wie ein Stein lastet und den Atem zu nehmen droht. Wie die Frauen am Ostertag können auch die Trauernden heute die Frage stellen „Wer könnte uns den Stein wegwälzen?“. Und wie die Frauen am Grab Jesu das Wunder erlebten als der Stein weg und das Grab leer war, so kann Gott auch heute den Stein auf unseren Seelen ins Rollen bringen. Gottes Kraft sei es, die Steine aus dem Weg räumt, sie weg rollt oder durch steten Tropfen Steine höhlt auch wenn es scheinbar lange Zeit braucht. Der Glaube an den Auferstandenen Jesus kann die Steine der Trauer, der Hoffnungslosigkeit von den Herzen der Menschen nehmen.  Wo Menschen für andere ein gutes Wort, einen freundlichen Blick oder eine hilfreiche Geste haben, fallen Steine vom Herzen. 
  Den Festgottesdienst am Ostersonntag zelebrierte Pfarrer Peter Chettaniyil, der zu Beginn der Feier betonte, dass Ostern das erste und wichtigste Fest für die Christen sei. Wir dürfen nach der Fastenzeit aufblicken zum Auferstandenen Jesus, der auch uns einmal Auferstehung verheißt. Die Osterbotschaft sagt uns, dass Jesus lebt und er mit uns geht bis ans Ende der Welt. Er ist aus dem Tod zurückgekehrt in ein neues, ein göttliches Leben. Was im Grab geschah habe niemand gesehen, doch die Engel verkündeten den Frauen, dass Jesus auferstanden sei und sie sich nicht fürchten brauchen. Trotz allen negativen Berichten und Ereignissen, Kriegen und Krisen die wir täglich erleben, dürfen wir das österliche Halleluja singen. Ostern sagt uns, dass die Zeit des Heils begonnen hat, weil Gott stärker als der Tod, die Finsternis und alles Böse ist. Diese Freudenbotschaft sollen wir nicht nur an Ostern verkünden und weitergeben, sondern auch nach dem Osterfest hinaustragen in die Welt, so Pfarrer Peter.
  Alle Gottesdienste wurden vom Kirchenchor feierlich mitgestaltet wofür sich die Seelsorger beim Chor für die vielen Proben bedankten. Wie es Tradition ist wurden an Ostern auch die Speisen gesegnet, die die Gläubigen dann zu Hause in den Familien beim gemeinsamen Mahl zu sich nahmen.
 
 
 
Bericht vom 03.04.2018
 

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