Rimbacher folgten beim Pfarrausflug den Spuren der Langobarden


Erlebnisreiche Tage in der Lombardei - Wirkungsstätte der großen Kirchenlehrer besucht

 
 
Vom Montag bis zum Samstag vergangener Woche fand wieder der Rimbacher Pfarrausflug statt, der heuer in die Lombardei führte. Mit vielen großen Eindrücken kamen die vierzig Teilnehmer aus Italien zurück und können vieles berichten über die wechselvolle Geschichte dieser oberitalienischen Provinz, in der nahezu überall die Spuren der Langobarden zu finden sind. Die Gegend um den Comer See mit den Städten Como, Mailand, Monza und Bergamo wurde in den fünf Tagen erkundet und Dank der informativen Führungen konnten landschaftliche Reize und geschichtliche Hintergründe verbunden werden, dass diese Fahrt sicherlich noch lange nachwirken wird.
   Am Pfingstmontag startete der Baumgartner-Bus mit vierzig Teilnehmern und mit Uwe Mühlbauer  am Steuer in Richtung Lombardei. Über Landshut, München und Lindau wurde das Dreiländereck erreicht, wo nach einem kurzen Straßenabschnitt durch Österreich und der Überquerung des Rheins die Schweizer Grenze und die Stadt Chur passiert wurde. Leider war an diesem Tag das Wetter nicht so günstig und die teifhängenden Wolken und der Regen ließen nur wenig von der Schönheit der Landschaft erahnen, nachdem der San Bernardino-Tunnel passiert war. Über Bellinzona, Lugano und Como führte die Fahrt nach Merone, wo im Hotel Corazziere, das für die nächsten Tage Ausgangspunkt für die Unternehmungen wurde, die Zimmer bezogen wurden. Auch am zweiten Tag der Fahrt war das Wetter noch nicht so optimal, aber zumindest war es meistens dann trocken, wenn man zu Fuß unterwegs war, um Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Zunächst  ging es mit dem Bus nach Ossuccio wo es dann mit dem Schiff zur Insel Comacina, der einzigen im Comer See, ging, die berühmt ist für ihre mittelalterliche Geschichte. Auf dem kleinen Eiland zeigte die Reiseführerin den Teilnehmern die Überreste von mehreren geschichtlichen Gebäuden, darunter die Mauerreste der Basilika St. Eufemia und der Kirche San Pietro in Castello. Die archäologischen Ausgrabungen haben in der jüngeren Vergangeheit wertvolle Mosaike aus der Römerzeit ans Licht gebracht. In der gut erhaltenen Kirche San Giovanni konnten wertvolle Fresken bewundert werden, bevor es dann  mit dem Schiff wieder zurück ans Festland ging und die Fahrt mit dem Bus fortgesetzt wurde. Dann ging es mit dem Schiff von Gravedone aus über den See auf das gegenüberliegende Ufer nach  Piona. Dort war das Ziel die Abtei von Piona mit der Kirche San Nicola, welche im typisch romanischen Stil erbaut wurde. In dieser Kirche hielt Pfarrer Karl-Heinz Seidl mit der Reisegruppe eine Andacht bevor noch der Kreuzgang und Fragmente alter Fresken besichtigt werden konnten. Der dritte Tag begann mit der Fahrt nach Como. Dort wurde gleich zu Beginn der Hafen besichtigt und dann führte der Marsch zur Stadt vorbei am Museum und der Statue von Alesandro Volta, dem bekanntesten Sohn der Stadt, der die Batterie erfunden hat. Weitere Ziele bei der Stadtführung waren der Dom, die Piazza Duomo mit dem Uhrenturm, die Basilika San Fedele und das Torre di Porta Vittoria. An vielen Orten der Altstadt wies die Stadtführerin auf Gebäude hin, die auf die Zeit der Römer oder der Langobarden begründet sind und Beweis dafür sind, dass diese Gegend schon eine wechselhafte Geschichte erlebt hat. Am Nachmittag ging es mit dem Bus weiter nach Castelsepio, eine der wichtigen archäologischen Stätten in Norditalien. Während von den meisten Ausgrabungsstätten nur die Fundamente und einige Mauerreste  zu sehen waren, ist die Kirche Santa Maria foris Portas eine der großen Sehenswürdigkeiten. Dabei sind es vor allem die teils gut erhaltenen Fresken, wie es sie kaum noch wo anders zu sehen sind. So zeigen die Bilder, die bis auf das 7. und 8. Jahrhundert zurückführen, die biblischen Personen wie die Heilige Familie mit ganz menschlichen Zügen, etwa Maria mit schmerzverzerrtem Gesicht bei der Geburt Jesu oder bei der Flucht nach Ägypten.  Nicht umsonst gehört diese Kirche zum UNESCO-Welterbe. 
Am vierten Tag stand dann am Vormittag die zweitgrößte Stadt Italiens, nämlich Mailand auf dem Programm. Die Stadtführung begann, nach längerer Busfahrt beim Castello Sforzesco. Diese mächtige Burganlage war früher Sitz der Mailänder Herzöge und ist mittlerweile Museum. Nächstes Ziel war der Triumphbogen am Eingang zur Galleria Vitorio Emanuele II, der weltberühmten Einkaufspassage mit exklusiven Geschäften. Die Blicke in die Schaufenster machten aber deutlich, dass man dort auf Kunden mit besser gefüllten Geldbörsen wartet. Um so mehr war dann aber der Blick auf den phantastischen Mailänder Dom, der der hl Maria geweiht ist, ein besonderes Erlebnis. Beeindruckt von der beeindruckenden Fassade konnte die Reisegruppe dann auch in den Dom eintreten und war auch von der Innenausstattung überwältigt. Nach der Mittagspause wurde die Fahrt nach Monza angetreten. Dort war der Dom das besondere Ziel der Stadtführung. Im Dom-Museum wird der Domschatz mit der Eisernen Krone aufbewahrt. Mit dieser Krone wurden früher in Monza die lombardischen Könige gekrönt. Mit ihr schmückte sich im Jahre 1805 auch Napoleon. Diese Krone wurde der Reisegruppe aus Rimbach ebenso gezeigt wie die Fresken aus dem Leben der Königin Theudelinde. Nahe der Stadt liegt auch die berühmte Rennstrecke, das Autodromo Nazionale Monza. Allerdings reichte die Zeit nicht mehr aus, um mit dem Bus einige Runden auf der Formel-1-Strecke zu drehen.
Am fünften Tag stand die Universitätsstadt Pavia auf dem Reiseprogramm. Die im lombardisch/romanischem Stil erbaute Basilika San Michele Maggiore ist das bekannteste und wichtigste religiöse Bauwerk der Stadt. In der Vorgängerkirche wurde im Jahre 774 Karl der Große zum König der Langobarden gekrönt. In der Kirche San Pietro in Ciel d Óro befindet sich auch das Grabmal des hl. Augustinus, einem der großen Kirchenlehrer. Der Dom von Pavia hat nach dem Petersdom in Rom und Santa Maria del Fiore in Florenz die drittgrößte Kuppel in Italien, konnte wegen Bauarbeiten aber nur von außen besichtigt werden. Weitere Besonderheiten sind die sogenannten Geschlechtertürme die von Reichen Familien als Zeichen ihrer Macht und ihres Reichtums errichtet wurden, die Ponte Coperto über den Fluss Ticino, und auch das Castello Visconteo. Nach der Mittagspause war Certosa di Pavia das weitere Ziel des Tages. Die ursprünglich für den Kartäuserorden erbaute Klosteranlage gehört zu den bedeutendsten Baudenkmälern Oberitaliens und wird heute von Zisterziensermönchen bewohnt. Neben der imposanten Fassade und der reichen Innenausstattung konnten auch der kleine und große Kreuzgang der weitreichenden Anlage besichtigt werden, sowie die Klosterzellen in denen die Kartäusermönche nahezu vollständig abgeschottet lebten.
Am sechsten Tag der Fahrt hieß es dann Abschied nehmen von Merone und dem Hotel. Bevor aber endgültig die Heimreise angetreten wurde, gab es einen Zwischenstopp in Bergamo mit der sehenswerten Oberstadt. Auch Bergamo kann auf eine bewegte Geschichte verweisen in der sich immer wieder die Herrscher abwechselten und es immer wieder kriegerische Auseinandersetzungen gab. Sowohl das historische Gesamtbild der alten Oberstadt, als auch die einzelnen Gebäude um die Piazza Vecchia, der Dom, die Capella Colleoni und die Kirche Maria Maggiore mit ihren überaus prunkvollen Ausstattungen beeindruckten die Besucher aus dem Bayerischen Wald. Ganz besonderes Augenmerk wurde aber auch auf die Kapelle des hl. Papstes Johannes XXIII gerichtet. In der Kapelle wurde nach der Seligsprechung des Papstes, der aus Bergamo stammte,  eine Bronzestatue errichtet. Außerdem ist dort die original Tiara des Papstes, Reliquien und der Holzsarg von Johannes XXIII zu besichtigen. Nachdem man sich noch entsprechend gestärkt hatte wurde die Heimreise angetreten.  Am späten Abend war man wenn auch etwas müde, aber mit vielen schönen Eindrücken und Erlebnissen wieder zu Hause in Rimbach.
 
 
Bericht vom 13.06.2017
 

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