Kindersegnung am Gedenktag der Unschuldigen Kinder


Am 28. Dezember gedenkt die Kirche der Ermordung der Kinder von Bethlehem durch Herodes. Auch heuer fand an diesem Tag beim Gottesdienst, wie schon seit vielen Jahren wieder eine Kindersegnung statt. Das Segnen der Kinder, so sagte Pfarrer Seidl habe eine lange Geschichte und wurde aus dem Judentum übernommen. Der hl. Stephanus werde zwar als erster Märtyrer bezeichnet, doch eigentlich waren es die unschuldigen Kinder von Bethlehem, die ermordet wurden, weil Herodes aus Machthunger und Habgier den neuen König fürchtete, von dem  ihm die Weisen aus dem Morgenland erzählt hatten. Die Kinder von Bethlehem sind also stellvertretend für Jesus gestorben. Die Legende erzählt, daß Herodes in Bethlehem alle Knaben im Alter von bis zu zwei Jahren töten ließ und diese grausame Tat sei auch historisch erwiesen.
Auch in der heutigen Zeit werden Menschen aus Habgier und Machtbesessenheit zu Mördern. Am Gedenktag der unschuldigen Kinder gedenke man aber besonders auch der Kinder die in der heutigen Zeit Gewalt erleiden, vernachlässigt werden und getötet werden, so wie es gerade in den Tagen vor Weihnachten wieder geschah. Wir denken aber auch an die Kinder, die wie damals die heilige Familie, fliehen müssen um ihr Leben zu retten, so Pfarrer Seidl.  Bei einer Reise nach Israel so erzählte er, sei er auch zu dem jüdischen Gotteshaus zwischen Jerusalem und Bethlehem gekommen, wo das Grab von Rahel verehrt wird. An diesem Ort trauern die Frauen Israels um ihre verstorbenen Kinder aber beten auch um Segen für ihre Kinder. Diese uralte jüdische Tradition des Kindersegnens  wurde von der Kirche übernommen und deshalb werde auch an diesem Tag die Kindersegnung gehalten. Nach einem Segensgebet zeichnete Pfarrer Seidl den Kindern jeweils das Kreuzzeichen auf die Stirn und segnete sie.



Bericht vom 31.12.2007

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