Auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela


Johann Hastreiter aus Furth im Wald schilderte Erlebnisse seiner Pilgerschaft durch Spanien

Großes Interesse fand der Vortragsabend über den Jakobsweg, zu dem der Pfarrgemeinderat Rimbach am vergangenen Donnerstag ins Pfarrheim eingeladen hatte. Johann Hastreiter, der Mesner der Pfarrei Furth im Wald schilderte dabei seine Erlebnisse über seine Pilgerschaft auf dem Jakobsweg, über knapp 800 Kilometer, beginnend in den Pyrenäen, durch Spanien nach Santiago de Compostela, zum Grab des Apostel Jakobus.  Dazu zeigte er viele Bilder über den Jakobsweg und nahm die interessierten Zuhörer praktisch mit auf den Pilgerweg.
   Erfreut über die vielen Zuhörer war Pfarrer Karl-Heinz Seidl, als er am vergangenen Donnerstag einen Diavortrag über den Jakobsweg eröffnete. Dabei galt sein Gruß besonders Johann Hastreiter aus Furth im Wald, dem er zugleich auch dankte, daß er diesen Abend opferte. Johann Hastreiter, er ist Mesner der Pfarrei Maria Himmelfahrt in Furth im Wald, schilderte in den folgenden eineinhalb Stunden seine Erlebnisse und Eindrücke, die er zusammen mit seiner Freundin Eva, mit der er inzwischen verheiratet ist und einen kleinen Sohn „Jakob“ hat, während der Fußwallfahrt im Sommer 2004  quer durch Spanien sammelte.
Der Jakobsweg, so erklärte er, sei nahezu in ganz Europa zu finden und führt auch durch unsere Heimat. Wer an Wanderwegen das Bild mit der Muschel sieht, erkennt daran, daß er sich auf dem Jakobsweg befindet, der, wenn man dieser Markierung folgt, bis nach Santiago de Compostela führt. Das letzte Stück dieses Weges und wohl auch das bekannteste gingen die beiden  jungen Further in der Zeit vom 13. Juni bis 15. Juli 2004 quer durch Spanien und nahmen dabei die Strapazen von schier unendlichen 780 Kilometern, teils in sehr großer Hitze aber auch bei Regen, auf sich. Jeden Tag legten sie in der Regel eine Etappe von  rund 30 Kilometer zurück.
Nachdem sie mit dem Flugzeug nach Biarritz (Frankreich) geflogen und dann mit dem Zug zum Ausgangspunkt gefahren waren, wurde bereits am ersten Tag der Pilgerschaft der Höhenzug der Pyrenäen, und die französich/spanische Grenze überquert. Johann Hastreiter schilderte eindrucksvoll den Weg, den sie mit vielen anderen Pilgern gingen und auch die Bekanntschaften die sie auf den einzelnen Etappen schlossen. In den vielen Stunden, die sie zu Fuß unterwegs waren, konnten sie in der Suche nach Gott  den Glauben vertiefen und zu sich selbst finden. Pamplona, Burgos und Leon waren die größeren Städte die sie auf ihrem Weg durchquerten. Vor allem der Weg durch die Meseta, die wüstenähnliche Hochebene, forderte die größten Anstrengungen. Dank der Herbergen konnten sie aber schnell wieder Kräfte tanken um am anderen Tag wieder weiter zu gehen.  Doch immer hatten die beiden ihr Ziel vor Augen das sie schließlich am 15. Juli, zehn Tage vor dem Jakobsfest (25. Juli) erreichten. An diesem Tag begannen in Santiago de Compostela aber bereits die großen Feierlichkeiten und Tausende von Pilgern waren dazu bereits in der Stadt. In der Kathedrale mit dem Reliquenschrein des hl. Jakobus erlebten sie dann auch das wohl einmalige Schauspiel, mit dem riesigen Weihrauchfaß, das geschwenkt wird und für angenehmen Duft sorgt. Nach dem Aufenthalt in Santiago de Compostela, wo sie auch den Pilgerausweis erhielten, gingen Johann und Eva noch weiter  bis an die Atlantikküste nach Fisterra, das bevor Amerika entdeckt wurde, als das Ende der Welt galt. Nach 29 Tagen Wallfahrt, waren 780 Kilometer zurückgelegt und schätzungsweise 1,7 Millionen Schritte gemacht worden.
Die Zuhörer konnten nach dem Vortrag auch noch Fragen an Johann Hastreiter stellen und sowohl Bildmaterial über den Jakobsweg, sowie auch den Ausweis mit den vielen verschiedenen Stempeln, Pilgerstab und den Pilgerausweis ansehen.
PGR-Sprecherin Gerlinde Rackl dankte dem Mesner aus Furth im Wald für den sehr interessanten Abend  mit einem Präsent.



Bericht vom 03.03.2008

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