Leben und Wirken der Therese Neumann von Konnersreuth
Vortrag von Kaplan Bastian Neumann
Gut 50 Personen folgten am Donnerstag Abend interessiert, gespannt und berührt den ergreifenden Vortrag des Rodinger Kaplans Bastian Neumann über seine Großtante, die „Resl von Konnersreuth“, im Pfarrheim Rimbach. Das Leben dieser einfachen Frau, 1898 als älteste von elf Geschwistern geboren, 1962 verstorben, verlief einfach und aufgrund der übernatürlichen Phänomene doch ganz außerordentlich. Als Magd musste sie schon früh für die Familie mitverdienen, wobei ihr Wunsch eigentlich war, Missionsbenediktinerin zu werden. Doch bei einem Löscheinsatz auf ihrem Arbeitsplatz durch stundenlanges Hochheben der vollen Wassereimer blieb sie so an der Wirbelsäule verletzt, dass sie schließlich gelähmt und erblindet ein Pflegefall wurde. Am Tag der Seligsprechung der Therese von Lisieux 1923 wurde sie wieder sehend, zwei Jahre danach bei deren Heiligsprechung konnte sie wieder laufen und arbeiten wie zuvor. Doch begannen ab der Fastenzeit 1926, vor 100 Jahren, neue merkwürdige Phänomene: sie entdeckte die Wundmale Jesu an ihren Händen und Füßen sowie an der Seite, die an jedem Freitag – außer an Hochfesten – , als sie die Passion Christi visionäre und in Ekstase nacherlebte, bluteten. Gleichzeitig konnte sie keine feste Nahrung mehr behalten und schließlich nicht einmal mehr flüssige aufnehmen und lebte 35 Jahre einzig vom Empfang der Eucharistie. Wenn sie an der Reihe war, für alle, die zur Feldarbeit draußen waren, zu kochen, brauchte sie eines der Kinder, um die Speisen zu probieren, ob sie genug gewürzt waren, weil sie nichts aufnehmen konnte. Die Resl lebte ganz normal integriert in ihr Heimatdorf, obwohl sie ständig mit Besuchern konfrontiert war. Die Heerscharen der Neugierigen – besonders zu den Fastenfreitagen – konnten kaum gebändigt werden und stellten eine Herausforderung für das ganze Dorf dar. Die amerikanischen Soldaten im Nachkriegsdeutschland kannten „3 Orte“: Berlin – Hauptstadt, München – Hofbräuhaus, Konnersreuth – Resl. In ihrem Garten wuchsen die Blumen für den Kirchenschmuck, die die Ministranten körbeweise transportieren mussten und auch eine Ohrfeige kassierten, wenn eine Blüte aus Unachtsamkeit abgebrochen war. Für die Verehrung Jesu in der Kirche war ihr nichts zu viel. In ihren übrigen Visionen vom Leben Jesu mit den Jüngern war sie so „mittendrin“, dass sie sich sogar die Nase zuhalten musste, als Lazarus aus dem Grab kam. Die Worte Jesu konnte sie im „erhobenen Ruhezustand“ nach den Visionen hebräisch oder aramäisch so wiedergeben, dass selbst Professoren dazulernten. Die Verfolgung im dritten Reich war an der Tagesordnung, obwohl sie nie verhaftet wurde, anders als der Münchner Zeitungs-Journalist Fritz Gerlich, der sich bei seiner Recherche in Konnersreuth „zur Aufdeckung des Schwindels“ bekehrte und in Dachau erschossen wurde. Auf dem Rückzug vor den anrückenden Amerikanern zerbombte die SS zwei Drittel des Dorfes Konnersreuth. Immer wieder konnte Kaplan Neumann Geschichten, die seine Großeltern oder sein Vater, der bei ihrem Tod sechs Jahre als war, erzählten, einfließen lassen. Die anschließenden Fragen zeigten, wie nahe der Vortrag den Besuchern gegangen war. Pfr. Tauer bedankte sich in ihrem Namen für den ausgezeichneten Vortrag mit einem Glas Rimbacher Honig. Er konnte noch bekanntgeben, dass die Fahrt der Pfarrei nach Konnersreuth am Samstag, 25. April, wird nun sicher stattfindet, da sich genügend Personen angemeldet haben. (Fotos von Agnes Seidl)
Bericht vom 16.04.2026
