Vortrag über Kapellen in der Gemeinde Rimbach „Große, Kloane, Oide und Neije“ – Auftaktveranstaltung
Zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger konnten sich beim Vortrag von Alfred Silberbauer
über die Kapellen im Gemeindebereich Rimbach informieren. Der Frauenbund und der
Pfarrgemeinderat hatten dazu ins Pfarrheim eingeladen. Monsignore Dr. Johann Tauer wies in seiner
Begrüßung darauf hin, dass der Vortrag den Auftakt zu einer Veranstaltungsreihe im Jubiläumsjahr
bildet. In diesem Jahr werden sowohl „50 Jahre Neue Kirche Rimbach“ als auch „700 Jahre erste
urkundliche Erwähnung der Pfarrei“ gefeiert. Mit den Worten „Wenn überhaupt, dann muss es
unser archivisches Gewissen wissen“ stellte er den Referenten des Abends, Alfred Silberbauer, vor.
Silberbauer berichtete den aufmerksamen Zuhörerinnen und Zuhörern, dass es eine erstaunlich
große Anzahl an Kapellen im Gemeindegebiet gebe. „26 habe ich gefunden – Grouße, Kloane, Oide
und Neije“, erklärte er. Seine Recherchen stützten sich dabei auf verschiedene Quellen wie Archive,
Zeitungsberichte, Festschriften sowie mündliche Überlieferungen.
Die Kapellen in der Gemeinde Rimbach
Im Verlauf seines Vortrags stellte er zahlreiche Kapellen vor und erläuterte deren Geschichte. So ging
er unter anderem auf die Kapelle im Bachmeierholz sowie auf die Seelenkapelle ein. Auch die
Zenchinger Kapelle mit Darstellungen des Todes im schwarzen Mantel fand Erwähnung.
Die Götzlhofkapelle wurde erstmals 1703 urkundlich erwähnt und 1737 erweitert. Dort befindet sich
ein Altarbild des heiligen Antonius von Padua sowie ein Bild aus dem Jahr 1605 aus Kötzting.
Ebenfalls thematisiert wurde die Kapelle „Maria Verkündigung“ in Oberdörfl, in der Pfarrer
Menzinger seine letzte Messe feierte. Am 29.4.1950 – auf seinem Heimweg ist er gestorben.
Weitere Stationen seines Vortrags waren unter anderem die Zettischer Kapelle. Die Kapelle wurde
1819 erbaut und am 29. Juli durch den Lamer Pfarrer zur ehren der Himmelskönigin Maria, des Hl.
Wendelin und Leonhard geweiht. An der Stelle wo damals die alte Zettischer Kapelle stand, führt
heute die Hauptstraße von Thenried nach Zenching.
Die "Hölzerne Kapelle" (Marienkapelle) wurde 1985 von Familie Hofmann aus Thürnhofen erbaut
und am 30. Mai 1985 von Pfarrer Haberl geweiht. Die alte Kapelle, die an dieser Stelle stand,
stammte aus dem Jahre 1822, errichtet von Andre Hofmann. Diese war der Heiligen Mutter Anna
geweiht.
Die Kümmernis-Kapelle, die 1990 entstand, ist die Nachfolgerin dieser früheren Holzkapelle. Um
etwa 1980 hatte Georg Hofmann vor, die Kapelle erneut abzureißen, um eine neue Kapelle an dieser
Stelle zu bauen. Pfarrer Haberl hat sie aber vor der Vernichtung gerettet und durch die
Dorferneuerung restaurieren lassen. Während der Restaurierung stand diese Kapelle im Pfarrhof.
Hierbei wurde festgestellt, dass die Kapelle einst auch einen kleinen Turm besaß, der während der
Restaurierung wieder hergestellt wurde. Anfang der 90er Jahre bekam dann die Kapelle ihren neuen
Platz am Waldrand bei der Ortsausfahrt von Rimbach in Richtung Thürnhofen.
Die Kapelle „Maria Heimsuchung“ in Niessassen wurde 1949 eingeweiht, während die Osl-Kapelle
bereits 1819 erbaut und 1959 eingeweiht wurde. Aus welchem Grund er die Kapelle errichtet hat ist
nicht überliefert. Um 1950 war die Kapelle baufällig. Sie stand etwas unterhalb der heutigen Kapelle
in der Wiese. Ein Teil der Mauer war weggebrochen, deshalb beschloss der Ururururenkel des
Erbauers, Georg Mühlbauer, die Kapelle abzubrechen und etwas näher der Straße neu zu errichten.
Früher war die 2. Station der Fronleichnamsprozession bei dieser Kapelle.
Auch die Kapelle „Maria Königin“ wurde erwähnt. In Liebenstein entstand 1996 eine Kapelle beim
Bayerwaldhof. Weitere Beispiele sind die Trettinger Kapelle sowie die Kramer-Kapelle am
Ameisenberg in Zenching, die 2008 von der Familie Rädlinger errichtet wurde. Zwischen Zenching
und Rumpelmühle in idyllischer Lage auf dem "Ameisenberg" ist innerhalb von fast drei Jahren eine
wunderschöne Kapelle entstanden.
In Thürnhofen befinden sich mehrere Kapellen, darunter die Neuberger-Kapelle, die von Pfarrer Seidl
eingeweiht wurde, sowie die Antonius-Kapelle, die von der Familie Gartner erbaut und 2019 geweiht
wurde. Auch eine Kapelle der Familie Bauer steht dort.
Die Thenrieder Kapelle wurde bereits 1839 errichtet und am 1. Mai 1952 von Benefiziat Meier
eingeweiht. 1993 wurde sie durch den Kapellenbauverein neu errichtet. Zum Fest „Maria Königin“
konnte die Kapelle eingeweiht werden. In Thenried steht außerdem die Gressl-Alois-Kapelle, die um
1850 erbaut wurde.
Silberbauer ging auch auf die Hohenbogen-Kapelle „Peter und Paul“ bei der Diensthütte ein, wo seit
1903 die sogenannte Hohenbogen-Kirta gefeiert wird. Weitere Kapellen befinden sich in Kettersdorf,
vermutlich erbaut von der Familie Friedl, sowie in Holzhof bei Zenching, deren Baujahr nicht bekannt
ist. Die Holzhofkapelle wurde am 8. Dezember 1994 zu Ehren der Unbefleckten Empfängnis
eingeweiht. Jedes Jahr wird vom Zenchinger Frauenbund eine Maiandacht in dieser Kapelle
gehalten.
Auch die Kapelle „Maria Himmelfahrt“ in Kalkofen sowie eine von Alois Silberbauer erbaute Kapelle,
die 1984 eingeweiht wurde, fanden Erwähnung. In Liebenstein steht außerdem die Steffe-Girgl-
Kapelle, die 1994 errichtet und der Familie Fischer gewidmet wurde. Dort wird jährlich eine
Waldweihnacht gefeiert. Den Abschluss bildete die Kapelle auf Burg Lichtenegg, die vermutlich im
14. Jahrhundert errichtet wurde. Sie wurde 1990 ausgegraben und ist Johannes dem Täufer geweiht.
„Ein gelungener Einstieg in das Jubiläumsjahr“, fasste Anette Pielmeier vom Frauenbund den Abend
zusammen. Zum Dank für den informativen Vortrag überreichte sie Alfred Silberbauer ein kleines
Präsent.
Foto/Text: Fredi Eckert
Bericht vom 12.03.2026
