Ein Blatt als Zeichen der Erinnerung
-Allerseelen in Zenching-
Auch in diesem Jahr versammelten sich die Gläubigen zur Allerseelenandacht auf dem Friedhof in Zenching. Da die Innenrenovierung der Expositurkirche St. Ägidius noch nicht abgeschlossen ist, fand die Feier erneut unter freiem Himmel statt – mitten zwischen den Gräbern der Verstorbenen.
Im Mittelpunkt der Predigt von Diakon Thomas Bauer stand ein einfaches Herbstblatt. Ein Blatt, das sich vom Baum gelöst hat und vom Wind weitergetragen wird. Dieses Bild wurde zum Zeichen für die Vergänglichkeit des Lebens, aber auch für die Erinnerungen, die bleiben.
Dabei ging es besonders um die unterschiedlichen Erfahrungen von Trauer. Manche Menschen können dankbar auf die gemeinsame Zeit zurückblicken, andere spüren auch nach vielen Jahren noch den Schmerz des Abschieds. Beides darf seinen Platz haben.
Die christliche Hoffnung reicht jedoch über unsere Erinnerungen hinaus. Sie gründet im Vertrauen darauf, dass unsere Verstorbenen bei Gott nicht vergessen sind und dass der Tod nicht das letzte Wort hat.
Im anschließenden Totengedenken wurden die Namen der sieben Verstorbenen des vergangenen Jahres verlesen. Für jeden von ihnen erinnerte eine Kerze an sein Leben. Da die Sterbeglocke wegen der Renovierungsarbeiten noch nicht geläutet werden konnte, wurde ihrer in einer gemeinsamen Stille gedacht.
Anschließend wurden die Gräber mit Weihwasser und Weihrauch gesegnet. Während der Gräbersegnung sorgten Xaver Vogl und Erika Bauer mit ihren Trompeten für eine ruhige und würdevolle musikalische Begleitung. Zwei aufeinander abgestimmte Meditationstexte griffen das Bild des fallenden Blattes erneut auf: Der erste sprach vom Schmerz des Vermissens, der zweite von der Hoffnung, dass Gottes Liebe auch über den Tod hinausreicht.
Am Ende der Andacht konnten die Angehörigen die Gedenkkerzen mitnehmen und an den Gräbern ihrer Verstorbenen aufstellen.
