Patrozinium der Hohenbogenkapelle nur im kleinen Rahmen gefeiert


Waldverein Sektion Furth im Wald Initiator - Pfarrer Dr. Johann Tauer hielt den Gottesdienst

 
 
Eigentlich wäre heuer ein kleines Jubiläum zu feiern gewesen, denn seit 20 Jahren steht die Kapelle „Peter und Paul“ nun am Hohenbogen und wird seither immer der Hohenbogen-Kirta gefeiert. Aber mit Corona ist in diesem Jahr eben alles anders. So fand am vergangenen Freitag zwar ein Gottesdienst aber keine weltliche Feier bei der Forstdiensthütte statt. Pfarrer Dr. Johann Tauer aus Rimbach erwähnte in seiner Predigt, dass die Apostel Petrus und Paulus als einfache Menschen immer wieder um ihren Glauben ringen mussten, wie es auch heute der Fall sei.
  Am 28. Juni 2000 wurde am Hohenbogen die von der Waldvereinssektion Furth im Wald errichtete Kapelle „Peter und Paul“ eingeweiht. Es wäre also heuer nach zwanzig Jahren ein kleines Jubiläum zu feiern gewesen, aber durch das Corona-Virus musste eine größere Feier abgesagt werden. Ganz auf die Tradition verzichten wollte man in den Reihen des Waldvereins aber doch nicht und so fand am vergangenen Freitagabend ein Berggottesdienst statt, zu dem, nachdem eigentlich nur intern eingeladen wurde und daher auch nur  knapp vierzig Leute gekommen waren. Die Gruppe „Vielsaitigkeit“ aus Grafenwiesen umrahmte den Gottesdienst mit der „Waldlermesse“, nachdem die Männer des Rimbacher Kirchenchores, die sonst üblich die Umrahmung darboten wegen der Corona-Situation nicht singen durften. Für die Sektion Furth im Wald im Waldverein richtete deren Vorsitzende Marianne Linsmeier Grüße an alle Mitfeiernden und besonders an Pfarrer Dr. Johann Tauer, sowie die Musikanten. Diesen und besonders auch Gärtnermeister Hofmann aus Furth im Wald, der sich um Blumenschmuck und Aufbau des Altares und der Sitzgelegenheiten kümmerte, galt ihr Dank. Sie zeigte sich erfreut darüber, dass trotz Corona diese Tradition, wenn auch in kleiner Form weitergeführt werden konnte und dass der starke Regen der noch kurz zuvor sorgenvolle Blicke zum Himmel lenkte, aufgehört hat. Die Wirtin der Forstdiensthütte hatte aufgrund der nicht zu garantierenden Abstands- und Hygienereglungen bezüglich der Corona-Pandemie bei einer größeren Anzahl von Personen die Gastwirtschaft nicht geöffnet.
  Die Freude dass das Gewitter vorüber sei, teilte auch Pfarrer Tauer, als er die Mitfeiernden begrüßte. Zwar habe uns das Corona-Virus noch immer in Griff, aber es soll uns nicht alles nehmen, fügte er an. Auch wenn das Fest der Apostelfürsten, denen die Kapelle vor 20 Jahren geweiht wurde, schon einige Tage vorbei ist, sei es erfreulich dass der Berggottesdienst, wenn auch in kleinerer Form nachgeholt werden könne. Für ihn selber, als gebürtigen Further der jetzt in Rimbach Pfarrer ist, stelle der Hohenbogen und damit auch diese hl. Messe eine gewisse Bedeutung dar. Nach den Lesungen, vorgetragen von Mitgliedern des Waldvereins, hörten die Gottesdienstbesucher das Evangelium von der Berufung des Petrus.
  In den Texten der Waldlermesse, wo es z.B. heißt: „Fest als wia a oachner Baam, so steht mei Glaum“,  komme das Wesen der Waldler zum Ausdruck, so Pfarrer Tauer zu Beginn seiner Predigt. Die Menschen im Wald seien überwiegend demütig, weil sie die Macht und die Kraft der Natur kennen gelernt haben, ja ihr ausgeliefert sind. Auch die Apostel Petrus und Paulus waren einfache Menschen. Petrus als Fischer wurde später von Jesus zum ersten Apostel erwählt auf den er die Kirche aufbaute, obwohl auch er nicht immer so glaubensstark war und Jesus vor dessen Tod verleugnet hat. Paulus, der letztberufene Apostel war der Gelehrtere der beiden, wie aus seinen Briefen an die verschiedenen christlichen Gemeinden zu entnehmen ist. Auch die Apostel haben den Glauben erst lernen müssen und auch uns will Gott manchmal zum Nachdenken bringen, wenn unser Leben nicht so hinhaut wie wir es uns wünschen, damit wir unseren Glauben wieder in die Festigkeit bringen wie es eine Eiche, ein „oachner Baam“ hat. Nachfolge Jesu bedeutet hinter ihm her,  in seinen Spuren zu gehen. Wie Petrus, den er als Fels bezeichnete sollen wir kleine Felsen oder lebendige Steine sein, damit wir alle miteinander Kirche sind. An Gott glauben, die Natur schätzen und lieben auch wenn sie Kapriolen schlägt, und auf Gott vertrauen dass er alles richten wird, soll unser Bestreben sein. 
  In den Fürbitten wurde auch der verstorbenen Mitglieder aus dem Waldverein gedacht. Die Messfeier endete mit dem Wettersegen, bei dem Pfarrer Tauer Gott um das bat, was wir Menschen und die Natur brauchen. 
 
 
Bericht vom 13.07.2020

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