Kinder packten „Notfallkoffer“ für Pfarrer Seidl


Abschlussgottesdienst zum Kindergartenjahr und Verabschiedung der Schulanfänger und des Pfarrers

 
 
Wie so oft im Leben gab es beim Sonntagsgottesdienst die sprichwörtlichen lachenden und weinenden Augen. Das lachende Auge gab es für die fröhliche Mitgestaltung der Messfeier durch die Kindergartenkinder von St. Michael in Thenried, die damit das Kindergartenjahr beschlossen und die Schulanfänger verabschiedeten. Das weinende Auge galt dem scheidenden Pfarrer Karl-Heinz Seidl, der zum 1. September die Stadtpfarrei Furth im Wald übernehmen wird. Für ihn packten die Kindergartenkinder am Ende des Gottesdienstes einen „Notfallkoffer“ damit er für die neue Aufgabe gewappnet ist.
   Der Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Michael in Rimbach wurde am Sonntag durch die Kinder aus dem Kindergarten in Thenried mit fröhlichem Gesang mitgestaltet, war es doch auch der Abschlussgottesdienst des Kindergartenjahres. Und so galt der Gruß von Pfarrer Seidl bei der Eröffnung der Messfeier besonders den Kindern und dem Kindergartenpersonal aber auch allen Mitfeiernden. Ein Kindergartenjahr gehe zu Ende, so fuhr Pfarrer Seidl fort, und die Ferienzeit liege vor uns. Für 13 Kinder bedeute es auch den Abschied vom Kindergarten, weil sie nach den Ferien in die Schule kommen. Für das im vergangenen Jahr Erlebte wolle man bei diesem Gottesdienst danken, aber auch den Blick  ein wenig in die Zukunft richten, auf die neuen Wege wohin sie auch führen mögen, aber immer auch in der Gewissheit, dass Jesus uns begleitet.
  Auch in der Predigt führte Pfarrer Karl-Heinz Seidl die Gedanken fort, dass das Leben immer wieder fordert neue Wege zu gehen. Dazu erzählte er eine Geschichte des kleinen Jungen Tom, der schon viele Wege kannte. Als Baby war er von den Eltern im Kinderwagen glatte und manchmal auch holprige Wege geschoben worden, oder an der Hand der Oma den Gehweg entlang spaziert. Mit dem Opa ging er Feldwege an deren Rändern es so viele tolle Dinge, Pflanzen und Tiere zu entdecken gab. Und im Urlaub wanderte er mit den Eltern auf Bergpfaden hinauf zum Gipfel, was zwar beschwerlich war aber mit einer herrlichen Aussicht und einem Eis in der Berghütte belohnt wurde. Nach dem Urlaub stand dann für den kleinen Tom der Besuch des Kindergartens an und wieder brachte dies mit sich, neue Wege zu gehen. Wie für den kleinen Tom gelte es für uns alle immer wieder neue Wege zu gehen. Für die einen beginnt nach den Ferien die Schulzeit, andere kehren zwar zurück wieder in den Kindergarten aber auch da wird es Neues geben. Auch wenn es manchmal mühsam sei und es Hindernisse geben mag, wer auf den Wegen vorwärts kommt habe darüber auch Genugtuung und Freude. Dazu trage der an unserer Seite bei, der für uns immer da ist, der liebe Gott, der uns immer wieder zu schönen Orten trägt und darum dürfen wir neue Schritte wagen weil er unser Leben begleitet. Zum Ende des Gottesdienstes ließ Pfarrer Seidl die Kindergartenkinder an den Altar kommen und segnete sie. Danach wünschte er allen schöne und erholsame Ferien und auch den Erwachsenen eine erholsame Urlaubszeit.
 
Kinder verabschiedeten Pfarrer Karl-Heinz Seidl
Nach dem Segen ergriff die Leiterin des Kindergartens, Silvia Speigl das Wort, als sie sagte, dass es nach den Ferien nicht nur für die 13 Schulanfänger gilt, neue Wege zu gehen, sondern dass auch Pfarrer Seidl in seiner neuen Pfarrei neue Wege gehen müsse. Der Kindergarten möchte sich deshalb schon von ihm verabschieden und sich herzlich bedanken für das Wohlwollen dem Kindergarten gegenüber und für die gute Zusammenarbeit. Danken auch dafür, dass Pfarrer Seidl immer ein offenes Ohr für die Belange des Kindergartens hatte, für die schönen Gottesdienste und Martinsfeiern und noch so Vieles andere, für das Vergelt´s Gott gesagt werden müsse. Für die neue Aufgabe wünschte Silvia Speigl dem Pfarrer viel Kraft, Gesundheit, Mut und Zuversicht. Als die Kinder erfuhren, dass der Pfarrer in eine andere Pfarrei geht, fanden sie dies sehr schade, so die Kindergartenleiterin weiter, und machten sich gleich Gedanken welches Geschenk man zum Abschied machen könnte und weil vor dem Weggang noch eine Fahrt mit den Ministranten nach Rom und Dresden ansteht, entschied man sich für einen Koffer, einen Notfallkoffer. In diesen packten die Kinder dann allerlei wichtige Gegenstände. Zunächst ein Bild vom Kindergarten, damit Pfarrer Seidl ihn nicht vergisst,  Brillenputztücher, damit er immer den Durchblick habe, Traubenzucker für die erforderliche Kraft, Zuckerl zum Abschalten und ganz viel Schokolade, weil man wisse dass der Pfarrer ihn so gerne mag. Mit dem Lied „Gib mir deine Hand, auf Wiedersehen“ das die Kinder noch sangen sagten sie nochmals Vergelt´s Gott und wünschten alles Gute für die Zukunft.
Sichtlich bewegt über diese herzliche Verabschiedung bedankte sich Pfarrer Karl-Heinz Seidl für die „Wegzehrung“ die ihm die Kinder in den Koffer packten und sagte seinerseits Vergelt´s Gott dafür und das Mitmachen und Organisieren. Für die Zukunft wünschte er allen alles Gute.
 
 
 
Bericht vom 24.07.2018
 

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