Pfarrei St. Michael feierte die Menschwerdung Gottes


Festliche Christmette und Gottesdienste zu den Weihnachtsfeiertagen - Gott wurde Mensch auch für die am Rande stehenden Menschen - Neues Christkind in der Krippe

 
 
Mit festlichen Gottesdiensten feierten die Gläubigen der Pfarrei Rimbach die Menschwerdung Gottes. Sowohl bei der Christmette als auch an den beiden Feiertagen waren die Gottesdienste, die alle vom Kirchenchor mitgestaltet wurden, gut besucht. Sowohl Monsignore Pfarrer Dr. Johann Tauer als auch Pfarrer Dr. Peter Chettaniyil riefen die Gläubigen in ihren Predigten auf, die Frohbotschaft von Weihnachten anzunehmen und für Frieden, Freude und Solidarität zwischen den Menschen einzutreten. Pfarrer Johann Tauer, dessen erstes Weihnachtsfest in Rimbach es war, legte bei der Christmette eine neu angeschaffte Figur der Christkindes in eine Krippe vor dem Altar. 
   Wenngleich die Pfarrkirche nicht wie früher bis auf den letzten Platz gefüllt war, feierten doch viele Gläubige am Heiligen Abend die Christmette mit. Mit einer großen Schar von Ministranten zog Pfarrer Dr. Johann Tauer in die Kirche ein und hieß die Gläubigen zu dieser besonderen Feier, zum Gedenken an die Geburt Jesu, willkommen. Nach dem Eingangslied „Es ist ein Ros´ entsprungen“ stimmte der Chor das Kyrie an und dann wurde zum Klang aller Glocken und festlichem Orgelspiel von Ministranten die neu angeschaffte Figur des Jesuskindes vor den Altar getragen, die Pfarrer Tauer dann in die bereitstehende Krippe legte. 
  Gott wurde Mensch, geboren aus Maria der Jungfrau, das sei es was die Christen an Weihnachten feiern und warum ihnen diese Nacht geweiht und heilig ist, so Pfarrer Tauer zu Beginn seiner Predigt und fügte die Frage an, was den neuen Menschen vom alten unterscheide. Jesus kam nicht in einem Palast zur Welt, sondern als Kind einfacher und armer Menschen. Es gab nicht einmal ein angemessenes Obdach, sondern nur einen Stall. Jesus war somit schon von Anfang an sozusagen ein Ausgestoßener, nicht in die Gesellschaft Aufgenommener. In unserer Zeit könnte man ihn auch als Asylsuchenden bezeichnen. Sein erstes Bett war eine Futterkrippe die für die Stalltiere vorgesehen war. Dieses arme Ankommen des Gottessohnes zeige aber, dass Jesus Mensch für jeden Menschen wurde, auch für die Ausgestoßendsten und Verlassensten, zu denen damals auch die Hirten gezählt wurden. Die Geburt Jesu zeige uns aber auch den ursprünglichen Schöpfungsgedanken Gottes, und das neue und wahre Menschsein. Nicht Reichtum, Pracht, Ansehen und Besitz solle dabei vorne stehen, sondern das bloße Menschsein. Die Engel verkündeten den Hirten eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll, nicht nur einigen Wenigen und Frieden auf Erden für die Menschen. Nicht Hass, Feindschaft, Brutalität, Terror, Streit und Krieg unter den Menschen. Nach Gottes Schöpfungsgedanken habe er den Menschen für Freude, Frieden und Glück geschaffen. Dazu gehöre aber auch das Teilen, damit alle Menschen damit auch die minderbemittelten Menschen Anteil an den Gütern bekommen. Allerdings hindert vielfach der Egoismus daran zu teilen. So stelle sich die Frage, ob wir am alten Menschen festhalten oder zum neuen Menschen zu werden. Wir sollen so werden wie Gott den Menschen von Anfang an gedacht und erschaffen hat und wie er selber sichtbar wird in seiner Menschwerdung, empfangen durch den heiligen Geist und geboren von der Jungfrau Maria. Weihnachten sei die Einladung uns für das neue, ursprüngliche und echte Menschsein zu entscheiden das uns durch Jesus aufleuchtet.
  Den Festgottesdienst am ersten Weihnachtsfeiertag zelebrierten Pfarrer Peter Chettaniyil und Diakon Thomas Bauer. „Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt“ mit diesem freudigen Zuruf eröffnete Pfarrer Peter den festlichen Gottesdienst. Auch wenn der besondere Zauber der Heiligen Nacht schon etwas verflogen sei, feiere die ganze Christenheit diesen besonderen Tag , so der Zelebrant. Weihnachten sei ein schönes zu Herzen gehendes Geheimnis und werfe die Frage auf, wie Gott als Mensch geboren werden konnte. Gott sei Mensch geworden, damit wir keine Angst haben brauchen. Weil er selber Mensch wurde dürfen wir ihn als normalen Menschen und unseren Bruder annehmen. So sie die Geburt Jesu das bedeutendste Ereignis in der Geschichte der Menschheit. So dürfen wir an Weihnachten die Liebe Gottes zu den Menschen feiern, die in Jesus menschliche Gestalt angenommen hat. Dieses Geheimnis übersteigt zwar unser menschliches Denken aber es zeigt uns, dass Jesus einer von uns sein will damit wir bei Gott Heimat finden. Am Kind in der Krippe können wir unseren Gott erkennen. Die freudige Botschaft von Weihnachten dürfe und soll auch in unserem täglichen Leben gefeiert werden, so Pfarrer Peter.
   Den Festgottesdienst am zweiten Weihnachtsfeiertag hielt dann wieder Pfarrer Dr. Johann Tauer, der zu Beginn der Feier darauf verwies, dass schon die Farbe des Messgewandes, die sich von weiß auf rot gewandelt habe, auf eine extreme Veränderung hinweise. Die friedvolle Situation von Weihnachten ändert sich im Gedenken an den ersten Märtyrer Stephanus, der unter den Steinen seiner Verfolger zu Tode kam. Aber beides gehöre zusammen, denn Stephanus habe nur das getan was auch Jesus tat,  er verzeiht seinen Verfolgern, wie es auch Jesus am Kreuz getan hat, so Pfarrer Tauer zu Beginn der heiligen Messe. In seiner Predigt ging er darauf ein, dass er bei Kindern oft feststellen würde, dass sie etwa beim Spielen die Schwächen eines Anderen ausnützen. Wenn es beim Spiel bleibe sei es nicht so schlimm, aber wenn es ernster werde und sich einer nicht mehr zur Wehr setzen kann, ausgegrenzt und gemobbt wird, gebe es schon zu denken. Dabei sei Mobbing aber nicht auf Klassenzimmer und Spielplatz begrenzt, sondern auch Erwachsene erleben es oft auch am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft. Dabei sei es Auftrag Jesu, Wehrlose zu schützen, ihnen die Hand zu reichen, Geborgenheit zu schenken und liebevoll zu versorgen.  Jeder müsse sich entscheiden, ob er Jesus nachfolgen will, oder zu Brutalität und Gehässigkeit zu greifen imstande ist, wenn er Ausgrenzung, das Nichtannehmen, Unfreundlichkeit, Boshaftigkeit zu seinen Instrumentalien zählt. Der Diakon Stephanus ist das erste Beispiel dafür, dass der Wehrlosigkeit schamlos Gewalt angetan wird. Er verkündete das Evangelium der Liebe Gottes zu den Nächsten und wird dem Tod ausgeliefert, wie es auch Jesus wurde.  Aber auch er betet für seine Feinde um Verzeihung. Ein Zeuge der Steinigung des Stephanus war Saulus, der sich bekehrte und zum Paulus wurde, der später selber als Märtyrer starb. Die Abkehr vom alten Menschen will uns Weihnachten nahe bringen. Das Evangelium das uns durch Jesus gebracht wurde, und nach dem sich jeder Mensch sehnt, kann aber nur dadurch zum Durchbruch kommen, wenn wir anfangen es zu leben und den Teufelskreis und die Kette des Bösen sprengen, nicht Böses mit Bösem vergelten. 
  Alle Festgottesdienste an den Feiertagen wurden vom Kirchenchor unter Leitung von Julia Häring mit festlichen Gesängen mitgestaltet und der Chor zeigte wieder einmal mehr welch großartiger Klangkörper er ist. Pfarrer Tauer bedankte sich dafür besonders und auch von Gottesdienstbesuchern, besonders auch von Urlaubsgästen bekamen die Chormitglieder viel Lob ausgesprochen, was sicherlich auch für die vielen Proben vor Weihnachten belohnte.
 
 
 
Bericht vom 28.12.2018
 

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