Antonius von Padua der Heilige mit kräftiger Stimme und starkem Arm


Abt Wolfgang Maria Hagl weihte die Antonius-Kapelle der Familie Dr. Gartner ein - Viele Gläubige waren zur Kapellenweihe nach Thürnhofen gekommen

 
 
Es mögen wohl gut dreihundert Menschen gewesen sein, die am Fest Christi Himmelfahrt nach Thürnhofen gekommen waren, um die Weihe der neu erbauten Privatkapelle der Familie Dr. Gartner mitzuerleben  und mitzufeiern. Dr. Joachim Gartner schilderte anfangs die lange Planungszeit und nannte vor allem den Grund, warum die Kapelle dem hl. Antonius geweiht werden soll. Abt Wolfgang Maria Nagl vom Kloster Metten, der den Gottesdienst in Konzelebration mit Pfarrer Tauer, Pfarrer Peter und Diakon Bauer hielt und die Weihe vollzog, wünschte, dass Gläubigen die sich hier der Fürsprache des „Schlamperlpatrons“ erbitten, Trost und Hilfe erfahren dürfen.
    Sicher war auch das schöne Wetter mit ein Grund, dass sich am Himmelfahrtstag so viele Menschen auf den Weg nach Thürnhofen gemacht haben, wo am Nachmittag die neu erbaute Kapelle der Familie Dr. Gartner geweiht wurde. Die Freude über die vielen Mitfeiernden war dann auch Dr. Joachim Gartner anzusehen, als er seine Grüße an alle die gekommen waren aussprach. Seine besonderen Grüße richtete er aber an den Abt des Klosters Metten, Wolfgang Maria Hagl, Monsignore Dr. Johann Tauer aus Rimbach, Pfarrer Peter Chettaniyil aus Grafenwiesen und Diakon Thomas Bauer aus Zenching. Ebenso galten seine Grüße Bürgermeister Josef Dachs aus Grafenwiesen und seinen Gemeinderäten, sowie seinem Schulkameraden, Architekt Carl Schnabel und Christof Bayer. Bereits vor zwanzig Jahren war der Plan eine Kapelle zu errichten geboren worden. Erste Planungen wurden wieder aufgegeben, neue gemacht und wieder weggeschmissen. Auch wurde daran gedacht einen Rundbau zu erstellen, letztendlich aber doch der traditionellen Bauweise des Bayerischen Waldes der Vorzug gegeben. Was lange währt wird endlich gut und so könne nun die neue Kapelle geweiht werden, so Dr. Gartner, der dazu auch seine Verwandten, Anverwandten, Freunde und Bekannte willkommen hieß, die teilweise eine sehr weite Anfahrt auf sich genommen haben. Auch den bauausführenden Handwerkern galten seine besonderen Grüße. An zwei Personen richtete er seinen besonderen Dank, nämlich an seine Frau Astrid und an Rudi Greisinger, die nach zwanzig Jahren Planung zuletzt besonders „angetrieben“ haben die Kapelle zu bauen, damit sie Glück bringt. Weiter führte Dr. Joachim Gartner aus, warum er als Patronat den hl. Antonius gewählt habe, wo der Bayerische Wald doch eigentlich marianisch geprägt sei. Viele kennen den hl. Antonius als den „Schlamperpatron“, auf dessen Fürbitte man verlorene Gegenstände wieder findet. Aber Antonius sei auch Patron für Verliebte, Familien und habe auch die Aufgabe ideelle, moralische und ideologische Dinge zu regulieren. Antonius wird aber besonders auch um eine gute Geburt und Nachgeburt angerufen und hier komme für ihn als Gynäkologen die besondere Verbindung zu diesem Heiligen zustande. Oft habe er als Geburtshelfer zu Antonius gebetet und seine Hilfe erbeten und es ging immer gut. Er habe auch, kleine Figuren des hl. Antonius schnitzen lassen und diese in den Kreißsaal gestellt weil er so sehr auf die Hilfe dieses Heiligen vertraue. Auch wenn Antonius klein von Gestalt war, habe er eine große Stimme gehabt und hat, so wird berichtet, sogar den Fischen gepredigt. Antonius sei ein Fürbitter mit kräftiger Stimme und starkem Arm. Er habe oft hier gestanden wo jetzt die Kapelle steht, so Dr. Gartner und habe auf die Höhenzüge des Bayerwaldes geschaut und manchmal habe es den Anschein getan dass sich dort der Himmel auftat und er mit der starken Stimme des Antonius Kontakt mit dem Herrgott aufnehmen konnte. Alle Menschen, die in Zukunft zu dieser Kapelle und auf diesen Platz kommen, der so gesegnet ist und Kraft ausströmt,  und hier ihre Bitten an den hl. Antonius herantragen sollen Erfüllung ihrer Anliegen erfahren, so der Wunsch von Dr. Gartner, der dann auch noch dem Rittsteiger Dreigesang für die musikalische Mitgestaltung des Gottesdienstes und der FFW Voggendorf für die Verkehrsregelung dankte.
  Auch der Abt des Kloster Metten zeigte sich erfreut, dass so viele Menschen zu dieser Kapellenweihe gekommen waren und der Himmel so wunderbares Wetter beschert habe. Der Gottesdienst wurde von Abt Wolfgang Maria Hagl, Monsignore Pfarrer Johann Tauer, Pfarrer Peter Chettanyil und Diakon Thomas Bauer in Konzelebration gefeiert.  In seiner Predigt erwähnte der Abt, dass Kirchen, Kapellen, Wegkreuze und Bildstöcke das Bild unserer Heimat bestimmen. Sie seien hölzerne oder steinerne Zeugen unseres unerschütterlichen Glaubens, dass Gott der Herr nicht fern von uns ist, sondern mitten unter uns lebt. Auch diese neue, wunderschöne Kapelle sei ein steingewordenes Zeugnis unseres Glaubens und die Heimat sei um ein Stück reicher und schöner  geworden. So gelte der Dank der Familie Dr. Gartner für die Errichtung dieser Kapelle.  In einer Zeit, wo viele unserer Zeitgenossen Schwierigkeiten mit der Kirche haben und sich aufgrund vieler Skandale nicht mehr mit ihr identifizieren wollen, sie hier eine neue Kirche aus Stein errichtet worden, freilich auch in dem Wissen, dass die Kirche aus lebendigen Steinen immer wieder einer Erneuerung bedarf. Wir sind zur Neuevangelisierung aufgerufen aber wird brauchen kein neues Evangelium aber neue Evangelisten die heute Zeugnis geben vom machtvollen Wirken des Herrn in unserer Zeit und in unserem Leben. Möge von dieser Kapelle ein neuer Impuls der Hoffnung und der Liebe zur Kirche ausgehen, so Abt Hagl. Der hl. Antonius war einer der wichtigsten und bedeutendsten Gefährten des hl. Franz von Assisi. Er wurde in Lissabon geboren und wollte nach dem Eintritt in den Orden eigentlich nach Afrika in die Mission gehen. Wegen Krankheit musste er dieses Vorhaben aber aufgeben und kam dann nach Assisi. Er wurde zu einem wortgewandten Prediger und setzte sich für einen neuen Sinneswandel im religiösen und sozialen Leben ein. Bereits ein Jahr nach seinem Tod wurde er heilig gesprochen und 1946 zum Kirchenlehrer erhoben. Antonius von Padua gehöre zu den am öftesten angerufenen Heiligen in der Volksfrömmigkeit. Er sei nicht nur zuständig für verlorene Dinge, sondern auch Patron für Bergleute, für Sterbende, Helfer gegen teuflische Mächte, gegen Fieber und Viehseuchen aber eben vor allem auch Patron der Liebenden, der Ehe und der Gynäkologen, wie es Dr. Gartner sei. Auf die Fürsprache des hl, Antonius möge Gott seine schützende Hand über die Erbauerfamilie halten und alle die hier beten mögen Trost und Hilfe in ihren Anliegen erfahren. Mit dieser Bitte leitete der Abt die Segnung der Kapelle ein. Mit Weihwasser und Weihrauch wurde die Kapelle innen und außen geweiht und dann auch die Statue des hl. Antonius. 
 
 
Bericht vom 01-06-2019
 

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