Pfarrausflug nach Südmähren machte Kultur und Geschichte lebendig


Städte, Schlösser und Mährischer Karst wurden zum Erlebnis - Schifffahrt auf unterirdischem Fluss beeindruckte

 
 
Die fünf Tage an denen über dreißig Teilnehmer am Rimbacher Pfarrausflug in Südmähren unterwegs waren, werden sicherlich allen in guter Erinnerung bleiben. Sehenswerte Schlösser und Kirchen beeindruckten ebenso wie die Landschaft, wobei der Besuch in den Punkva-Tropfsteinhöhlen mit der Fahrt auf einem unterirdischen Fluss wohl sicher eines der eindrucksvollsten Reiseerlebnisse bleiben dürfte. Auch wenn die sommerlichen Temperaturen manchmal zu schaffen machten waren es sehr schöne Tage.
  Nach dem frühen Start am Dienstag nach Pfingsten führte die Fahrt im Luxusbus mit dem Fahrer Werner am Steuer in Richtung Prag und schon zur Mittagszeit war das erste Reiseziel, die Stadt Brno (Brünn) erreicht, das in den nächsten Tagen Ausgangspunkt zu den Sehenswürdigkeiten Südmährens wurde. Nach der Zimmerverteilung stand dann schon am Nachmittag eine Stadtbesichtigung auf dem Programm. Schon dabei zeigte sich, dass man mit der Reiseführerin Jana Prokopova, die die Rimbacher Reisegruppe auch an den weiteren Tagen begleitete, einen guten Griff getan hatte, denn sie wusste vieles zu berichten und zu erklären. Vom Hotel, das sich zentral in der Innenstadt befand, ging es zu Fuß zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten von Brünn. Zur Jakobskirche mit dem 92 Meter hohen Turm, zum Krautmarkt mit Brunnen und Statuengruppe, und weiter zur St. Peter- und Paul-Kathedrale mit den zwei weithin sichtbaren Türmen. In dieser mächtigen Kathedrale, deren Anfänge bis ins 12. Jahrhundert zurückgehen, stimmten die Rimbacher ein Marienlied an, bevor es zu Festung Spilberk ging, die auf einem Hügel gelegen über der Stadt steht. So bot sich von dort aus ein weiter Blick in allen Richtungen. Nach dem Abendessen im Hotel nutzen die Ausflügler noch das herrliche Wetter zu einem abendlichen Bummel und ließen den ersten Tag in einem der einladenden Biergärten oder Straßencafes der Altstadt ausklingen. 
   Der zweite Tag führte dann nach Austerlitz, Krtiny und in den Mährischen Karst. Die Fahrt führte zunächst vorbei an dem Hügel, an dem ein Denkmal an die Schlacht von Austerlitz erinnert, wo das Heer von Napoleon am 2. Dezember 1805 bei der sogenannten Dreikaiserschlacht siegte. Geradezu erschüttert war man über die Ausmaße des Borkenkäferbefalls in den Wäldern, die oft aus weiten Flächen nur noch aus dürren Baumgerippen bestehen. In Austerlitz wurde dann eine Schlossführung unternommen und die historischen Räume besichtigt. Danach ging es weiter zur Wallfahrtskirche von Krtiny, wo ein Prämonstratenser-Pater die Geschichte dieser schönen Kirche erzählte und dann für die Besucher aus dem Bayerischen Wald sogar das Glockenspiel in Gang setzte und das „Lourdes-Lied“ spielen ließ. Mit einem Gebet und einem Marienlied wurde die Besichtigung beendet, stand doch noch ein ganz besonderer Programmpunkt an, nämlich die Punkva-Tropfsteinhöhlen im Märischen Karst. Mit einem Öko-Zug ging es vom Busparkplatz zum Eingang in die Tropfsteinhöhlen, wo die kühlen Temperaturen von nur acht Grad geradezu frösteln ließen, waren doch die Temperaturen draußen doch mittlerweile über 30 Grad angestiegen. Die Führung durch die Höhlen wurde zu einem einzigartigen Erlebnis schon allein die grandiosen Stalagtiten und Stalagmiten die sich durch das Tropfwasser in Jahrtausenden entstanden sind und die kuriosesten Figuren bildeten. Geradezu atemberaubend war dann der Besuch des Grundes der weltbekannten Macocha-Schlucht in der das Sonnenlicht von oben einfiel und bezauberndes Farbenspiel an den bemoosten Steilwänden hervorrief. Ebenso berauschend war dann die Fahrt mit Booten auf dem unterirdisch fließenden Fluss Pukva und wie man nach der Fahrt wieder ans Sonnenlicht gelangte. Mit einer Seilbahn ging es dann steil nach oben und dort konnten die Ausflügler von oben in die Schlucht blicken. Am späten Nachmittag ging es zurück nach Brünn ins Hotel.
  Der dritte Tag hatte als erstes Ziel die Stadt Nikolsburg, von wo aus bereits die Grenze zu Österreich zu sehen war. Beim Fußmarsch durch die Stadt hinauf zur Burg erfuhren die Rimbacher so manches aus der bewegten Geschichte dieser Gegend, die früher weitgehend dem Geschlecht der Lichtensteiner gehörte. Das Schloss beherbergt heute ein Museum. Anschließend ging es weiter nach Eisgrub (Lednice) wo bei einer Führung die Repräsentationsräume besichtigt wurden. Vom Besuch des Palmenhauses, in dem noch höhere Temperaturen herrschten als im Freien, nahm man aus diesem Grund Abstand. Dafür unternahmen die meisten der Rimbacher eine rund einstündige Wanderung durch den weitläufigen Schlosspark auf sich und besuchten das Minarett. Anschließend stand noch ein Besuch im Schloss Feldsberg (Valtice) auf dem Programm, bevor es dann weiter nach Cejkovice ging, wo in einem urigen Weinkeller bei den Templern das Abendessen mit Wein und Musik bestellt war. Nach einem unterhaltsamen Aufenthalt ging es zurück nach Brünn.
  Der vierte Tag brachte zunächst eine Stadtbesichtigung in Olmütz (Olomouc). Auf der Fahrt konnten schier unendlich große Mohnfelder bestaunt werden, die in voller Blüte standen, aber nicht rote, sondern weiße Blüten haben. Die Stadtführung, bei der die bekanntesten Sehenswürdigkeiten aufgesucht wurden, darunter die berühmte Dreifaltigkeitssäule, die in die UNESCO-Welterbeliste eingetragen ist, besucht wurden, endete in der Kirche „Maria Schnee“. Dort feierte Pfarrer Dr. Johann Tauer mit den Rimbachern eine hl. Messe. Am Nachmittag führte die Fahrt zum „Heiligen Berg“ von Olmütz zur berühmten Wallfahrtskirche „Maria Heimsuchung“. Leider war der imposante Innenraum nur teilweise zu sehen, weil dort gerade Renovierungsarbeiten durchgeführt werden.
Den Tag ließ man wieder bei herrlichem Sommerwetter in gemütlicher Runde ausklingen. Am Samstag hieß es dann schon wieder Abschied nehmen von Südmähren. Nach dem Frühstück wurde die Fahrt Richtung Heimat angetreten. Es stand aber noch ein Zwischenhalt in Tabor auf dem Programm. Bei einer Stadtführung erfuhren die Reisenden von der Führerin viele Einzelheiten über die Stadt und ihre Geschichte, die eng mit dem Reformer Jan Hus verbunden ist. In Tabor, der Hussitenstadt, besteht auch der älteste Trinkwasserstausee Europas. Pfarrer Tauer wies unter anderem darauf hin, dass der Further Drachenstich Bezug auf die Hussiteneinfälle an der Grenze nimmt und beim Drachenstichspiel die Hussiten auf ihren Fahnen einen Kelch haben. Nach der Mittagspause wurde dann endgültig die Heimreise angetreten und mit vielen Eindrücken und Erinnerungen wurde am frühen Abend Rimbach erreicht.
 
 
Bericht vom 19.06.2019
 

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