Erlebnisreicher Ausflug des Rimbacher Frauenbundes


Wallfahrtskirche in Freystadt, Pralinenmanufaktur und Ziegenhof waren interessante Ziele

 
 
Mit vielen erinnerungswerten Eindrücken kamen die Mitglieder des Rimbacher Frauenbundes am vergangenen Samstag von einem Tagesausflug zurück, der heuer nach Freystadt, Hilpoltstein und zum Ziegenhof Dess in Richthof führte. Konkret wurde die Wallfahrtskirche Maria Hilf besucht,  ließ man sich in einer Pralinenmanufaktur mit Gaumengenüssen verwöhnen und erlebte auf dem Ziegenhof Dess einen modernen Biohof, mit 250 Ziegen, der auch schon im Bayerischen Fernsehen bei der Landfrauenküche bekannt wurde.
   Am frühen Samstagmorgen startete der Baumgartner-Bus mit Xaver Vogl am Steuer, in Rimbach und nachdem noch einige Zusteigestationen auf der Strecke lagen war der Bus dann bis auf den letzten Platz besetzt, als das erste Ziel angesteuert wurde: Die Wallfahrtskirche Maria Hilf in Freystadt. Nachdem sich die Frauen am Bus mit Kaffee und Kuchen gestärkt hatten, wurde eine Kirchenbesichtigung gemacht.  Bei der fachkundigen und begeisternden Führung durch Wolfgang Zellner erfuhren die Mitreisenden, dass diese Wallfahrtskirche eigentlich durch einen Zufall entstand und auf spielende Kinder zurückzuführen ist. Zwei Hirtenjungen waren es, die auf einer Pferdeweide, wohl aus Langeweile, 1664  eine kleine Bretterbude errichteten und ein Marienbild hineinstellten. Dass dorthin immer mehr Leute kamen und vor dem Marienbild beteten, ja auch die eine oder andere Münze spendeten, hatten sich die beiden Buben nicht träumen lassen, war doch nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges vieles zerstört und die Menschen meist sehr arm. Und doch kamen immer mehr Pilger zu dieser, von den beiden Buben vergrößerten Kapelle, und damit wurde auch immer mehr im Opferstock gespendet. Weil mittlerweile auch die Obrigkeit erkannt hatte, dass die Pilger Geld da ließen, nahmen sie sich der Wallfahrt an. Der einfache Holzbau wurde schließlich durch eine Steinkapelle ersetzt und der Pilgerstrom nahm immer weiter zu. So wurde  in der Zeit von 1700 bis 1710 die Kirche in der heutigen Form errichtet,  mit Kuppel  und vier kleinen Ecktürmen, etwas vermessen nach dem Vorbild des Petersdomes in Rom. Der Baumeister war  G.A. Viscardi, ein Italiener. Es war der erste Barockbau in Deutschland.  Um die Wallfahrer betreuen zu können wurde durch den Franziskanerorden ein Kloster errichtet und die Wallfahrt wurde für die ganze Gegend zu einem einträglichen Geschäft. Mit der Säkularisation 1802 kam das Aus für die Wallfahrt. Erst eine Generation später kamen die Franziskaner zurück und und begannen die zum Teil verfallenen Gebäude und deren barocke Innenausstattung so weit als möglich herzurichten. Heute betreuen polnische Franziskaner das Kloster. Wer die Wallfahrtskirche heute betrachtet kann deutlich erkennen, dass der Bau der Frauenkirche in Dresden sehr ähnlich ist. Zum 300jährigen Bestehen wurde die barocke Wallfahrtskirche 2010 einer gründlichen Renovierung unterzogen und damit kommt der üppige Barock wieder hervorragend zur Geltung. Das Gnadenbild ist eine bekleidete Madonna mit Kind.
   Nach diesen geistlichen Erlebnissen in der Wallfahrtskirche wurde die Weiterfahrt angetreten, um leibliche Genüsse kennen zu lernen. Das zweite Ziel war nämlich die Pralinenmanufaktur „Schocolat“ in Hilpoltstein. Und hier erfuhren die Rimbacher Frauen nicht nur viel Wissenswertes über Schokolade und die Verarbeitung, sondern konnten die verlockenden Produkte auch kosten. Nach der Begrüßung durch den Inhaber Michael Gerner folgte eine informative Einführung in die Welt der Schokolade mit anschließendem Rundgang durch die Produktion. Dabei durften die Teilnehmerinnen immer wieder von den verlockenden Köstlichkeiten naschen und so wurde diese Station der Fahrt zu einer Augenweide sondern auch zu einem echten Gaumengenuss. 
Die Mittagspause war dann im Landgasthaus Ascher in Möning von wo es nach dem Essen und gut gestärkt für das weitere Programm, zum Ziegenhof Dess in Richthof ging. Den Zuschauern der Landfrauenküche im Bayerischen Fernsehen war dieser Hof schon bekannt, war Maria Dess bei der letzten Staffel der Serie ja als Vertretern der Oberpfalz dabei. Hier erlebten die Besucher aus Rimbach einen ganz anderen landwirtschaftlichen Betrieb als den sonst üblichen. Die Familie Dess betreibt diese Bio-Landwirtschaft ausschließlich mit Ziegen. Wie die Ziegenbäuerin Maria Dess bei der Führung berichtete, werden auf dem Hof 250 Muttertiere gehalten. Während die Nachzucht überwiegend in einen Mastbetrieb in Frankreich kommt, wird die Milch selber, bzw. in Hofnähe verarbeitet. Bei der Führung durch den Betrieb waren die Besucherinnen von der modernen Ausstattung der Stallungen beeindruckt, besonders auch vom Melkstand.  Beim abschließenden gemütlichen Beisammensein im Ziegenhof-Cafe gab es Brotzeiten und hausgemachte Kuchen, während die Bäuerin die Besucherinnen mit zünftiger Musik und humorvollen Erzählungen bestens unterhielt. Bei der Heimfahrt waren sich alle Teilnermerinnen einig, dass dies ein ausgesprochen interessanter und unterhaltsamer Ausflug war, dessen Erlebnisse sicher noch lange in guter Erinnerung bleiben.
 
Bericht vom 29.06.2016
 

zurück