Tricks und Tipps vom Fachmann für das Fotografieren


Profifotograf Benjamin Franz führte beim Frauenbund in die Grundlagen der Fotografie ein

 
 
Wer hält nicht gerne besondere Augenblicke oder Erlebnisse im Bild fest, das heißt er fotografiert um davon bleibende Erinnerungen festzuhalten? Die Möglichkeiten diesbezüglich sind Dank der modernen Technik, der digitalen Fotografie umfangreich. Während sich für die spontanen Schnappschüsse gerade bei der jüngeren Generation die Handys mit Fotofunktion anbieten, greifen andere dafür zu einer Kompaktkamera  oder auch zu einer digitalen Spiegelreflexkamera. Welche Möglichkeiten diese Geräte bieten, das konnte bei einem Kurs über fotografische Grundlagen in Erfahrung gebracht werden, den der Frauenbund Rimbach in der vergangenen Woche angeboten hat und zu dem der Profifotograf Bejamin Franz als Referent verpflichtet werden konnte. 
   Sprach man früher auch von „knipsen“ und wurden die Bilder dabei auf einen Film gebannt, ohne dass sie noch verändert werden konnten, sind es heute digitale Kameras, deren lichtempfindliche Sensoren die Bildinformationen die durch die Linse aufgenommen werden, in einzelne Punkte zerlegen und auf einer digitalen Speicherkarte zur Weiterverarbeitung speichern. Mit Bildbearbeitungsprogrammen können die Aufnahmen später noch verändert werden. Wenn sich ein Laie eine Kamera zulegt, wird er oft von den Beschreibungen über die technischen Möglichkeiten überfordert, vor allem wenn er auch mit Begriffen wie Blende, Belichtungszeit oder ISO nichts oder wenig anfangen kann. Um so mehr folgten die anwesenden „Hobbyfotografen“ den Erklärungen und Ausführungen von Benjamin Franz, der zunächst auf die von den Teilnehmern mitgebrachten Kameras einging und grundsätzliche Erklärungen dazu gab. Nachdem er zunächst mehr die theoretische Seite erklärt hatte führte er die interessierten Teilnehmer dann immer mehr auch in die Praxis ein. So erklärte er, dass Licht die Grundlage für die Fotografie sei und man daher von „belichten“ spreche. So sie zu unterscheiden, ob man bei Tageslicht fotografiert, wobei die Sonne im Rücken sein sollte, ob durch Lampen ausreichende Lichtverhältnisse gegeben sind, oder ob ein Blitzlicht eingesetzt werden muss um gute Bilder zu bekommen.
Wenn das Licht weniger wird, dauert es länger bis ein Abbildungsprozess abgeschlossen ist. Es verlängert sich die sogenannte Verschlusszeit und es drohe Unschärfe, wenn sich Objekte oder Personen schnell bewegen. Um dabei eigene Verwackler zu vermeiden biete sich die Verwendung eines Statives an. Unbewegte Bilder können dagegen mit der gewohnten Schärfe abgebildet werden. Wer bei schwachem Licht Menschen fotografieren will, müsse dafür sorgen, dass diese entsprechend ohne Bewegung bleiben. Andererseits lassen sich durch Bewegungsunschärfen auch tolle Effekte erzielen und  hier sei einfach das „Ausprobieren“  und experimentieren empfohlen. Gerade die digitale Technik sei ja hier vorteilhaft, da nicht gelungene Aufnahmen einfach wieder gelöscht werden können, während früher ein teurer Film verbraucht wurde. 
  So galt der Tipp des Fachmanns einfach „Ran ans Motiv“. Um Personen interessant zu fotografieren ist die Wahl des Bildausschnitts eines der wichtigsten Gestaltungsmittel. Steht einem gelungenen Portrait die Person im Mittelpunkt, kann es andererseits sein, dass ein Bildausschnitt zu groß gewählt wurde und Nebensächlichkeiten abgelichtet werden, die als störend empfunden werden. Portraitfotografen nutzen daher in den Studios Stoff- oder Kartonhintergründe um einen ruhigen Gesamteindruck zu erreichen. Viele weitere Tipps ließ Benjamin Franz im Laufe des Abends in seine Ausführungen einfließen, wie z.B. auch wie Macroaufnahmen perfekt gemacht werden können, das heißt wenn man ganz nahe an ein Motiv herangeht, oder Panoramaufnahmen wenn Landschaftsfotos gemacht werden. Er erklärte auch wie Belichtungskorrekturen vorgenommen werden, oder was der Weißabgleich oder die ISO-Empfindlichkeit bedeutet. Hochwertige Kameras bieten sowohl eine Verschluss- als auch eine Blendenautomatik, bei der der jeweils andere Wert manuell eingestellt werden kann, während der andere Wert von der Kameraautomatik angepasst wird. 
Während die kleinen und handlichen Kompaktkameras vielfach bereits enorme technische Möglichkeiten bieten, sind natürlich Spiegelreflexkameras noch wesentlich besser geeignet „besondere“ Fotos zu machen. Auch hier ist aber immer der Blick entscheidend, den der Fotograf für ein Motiv hat. So kann er auch aus einem verhältnismäßig „langweiligen“ Bild etwas machen was fasziniert. Nachdem die Teilnehmer mit ihren eigenen Kameras bereits aktiv geworden waren und alles mögliche ausprobiert hatten,  konnten sie sich auch als „Profis“ betätigen. Dazu hatte Benjamin Franz ein jugendliches Model verpflichtet, das die Teilnehmer unter Anleitung des  Fachmanns  fotografieren und dabei das zuvor Gehörte in die Praxis umsetzen konnten. 
Im letzten Teil seiner Ausführungen ging Benjamin Franz auf die Bildbearbeitung am Computer ein. Er empfahl dabei das Programm Gimp 2.8, ein kostenlos aus dem Internet herunterladbares Programm, das für den Laienfotografen nahezu alle Möglichkeiten bietet. Anhand von eigenen Fotografien demonstrierte  der Fachmann den Umgang mit der Software und belegte eindrucksvoll welche Möglichkeiten sich hier bieten. 
Namens des Frauenbundes dankte Anette Pielmeier dem Profifotografen für die vielen Tipps und Tricks und zeigte sich überzeugt davon, dass die Teilnehmer an diesem Abend in Zukunft nur noch beste Fotos „schießen“ werden.
 
Bericht vom 16.11.2016
 

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