Entwicklungsverzögerungen im Vorschulalter kann vorgebeugt werden


Möglichkeiten der Förderung aufgezeigt - Corinna Heitzer referierte beim Elternabend im Kindergarten -

Was sollten Kinder bis zum Eintritt in die Schule können und wie können Entwicklungsverzögerungen eventuell durch gezielte Förderung ausgeglichen werden? Diese Fragen standen am Anfang eines Elternabends im Kindergarten, der unter dem Thema: „Sprachliche und allgemeine Entwicklungsverzögerung im Vorschulalter“ stand. Zu diesem Thema referierte Corinna Heitzer, Lehrerin im pädagogischen Förderzentrum in Bad Kötzting, die von der Kindergartenleiterin Silvia Speigl dazu herzlich begrüßt wurde. Auch den anwesenden Eltern galt ihr Gruß, wenn auch der Besuch etwas besser sein hätte können.
  In einer kurzen Einführung erklärte die Referentin, daß sie als Lehrerin am pädagogischen Förderzentrum hauptsächlich im mobilen pädagogischen Dienst tätig sei und überwiegend an den Grundschulen und hauptsächlich in der ersten und zweiten Klasse eingesetzt sei, wenn bei Kindern Entwicklungsverzögerungen auftreten. Außerdem sei sie auch in der SVE (Schulvorbereitende Einrichtung) tätig, wo Kinder betreut werden die einen erhöhten Förderbedarf bei der sprachlichen Entwicklung haben.
Kinder werden in eine Familie, in eine Lebensgemeinschaft hineingeboren und dann beginnt eine individuelle Entwicklung. Dabei läuft diese keinesfalls bei allen Kindern gleich ab. So beginnen die Kinder z.B. in unterschiedlichem Alter zu gehen, werden zu unterschiedlichen Zeiten sauber und lernen später dann auch nicht alle zur selben Zeit das Radfahren. Auch das „Begreifen“ ist eine wichtige Entwicklungsstufe. Werden zunächst Gegenstände von den Kindern  nicht nur mit Händen sondern besonders auch mit dem Mund „erkundet“, reift nach und nach auch die Feinmotorik und die Kinder lernen mit Händen und Fingern auch schwierigere Aufgaben zu meistern. Vor allem die Zeit ab dem dritten Lebensjahr bringt eine rasende Entwicklung mit sich auch was die Sprache anbelangt. Sprachfreude, Sprachverständnis reifen und der Wortschatz wird ständig größer.
Am Bild eines Baumes erläuterte die Referentin die verschiedenen Entwicklungsphasen. Dieses Bild beginnt mit der Entwicklung bis zum dritten Lebensjahr, beim Baum der Wurzelbereich, aus dem die Kraft für den Wuchs kommt. Der Bereich des Stammes steht für die Vorschulzeit und die Krone dann für die Schulzeit.  Alle Bereiche des symbolischen Baumes müssen stimmen, damit sich schließlich in der Krone Erfolg zeigt. Wenn es also schon im Wurzelbereich zu einer Verzögerung oder Störung kommt, setzt sich diese fort bis in die Krone.  Ergotherapie oder der Besuch eines Logopäden können sowohl körperliche als auch sprachliche Störungen behoben werden.  Die Referentin riet den Eltern besonders dazu, die Kinder nicht zu viel Fernsehen oder vor dem Computer sitzen zu lassen. Wesentlich günstiger für die Entwicklung sei Bewegung und Sport. Aktivität in Sportvereinen, Wandern mit der Familie und Spiel im Freien muß der Berieselung durch Fernsehen oder Computerspiele unbedingt vorgezogen werden.
Durch ganz einfache Übungen oder Tätigkeiten können Feinmotorik und Fingerkraft, oder Auge-Handkoordination und die visuelle Wahrnehmung geübt und verbessert werden.  Als Eltern sollte man sich nicht scheuen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, so der Rat der Referentin, die dann auch noch Vorschläge unterbreitete, mit welchen Spielen auch zu Hause die Entwicklung der Kinder gefördert werden kann.
Anschließend stellte sich Corinna Heitzer auch noch den Fragen der Eltern, bevor ihr dann die Leiterin des Kindergartens mit einem Frühlingsblumen-Arrangement für den sehr interessanten Abend dankte.



Bericht vom 15.02.2008

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